Maß genommen – und das mit dem etwas schwächeren Fuß: Karim Adeyemi hatte großen Anteil an Barcelonas 5:1-Sieg. © LLUIS GENE/AFP
Barcelona – Traumtor, Salto-Jubel und ein 5:1 zum Start in die Titelmission: Karim Adeyemi kam nach seinem Champions-League-Debüt für den FC Barcelona aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. „Es ist einfach ein Vergnügen, Teil dieses Teams zu sein“, sagte der Nationalspieler und ehemalige Unterhachinger nach dem beeindruckenden Sieg gegen Feyenoord Rotterdam: „Wir haben meiner Meinung nach ein überragendes Spiel gemacht. Das fühlt sich wirklich gut an.“
Und Adeyemi hatte einen durchaus sehr sehenswerten Anteil an dem Offensiv-Spektakel im Camp Nou. Der 24-Jährige nahm in der 22. Minute aus der Distanz Maß und schlenzte den Ball mit dem rechten Fuß herrlich ins lange Eck. „Mit deinem schwächeren Fuß“, bemerkte ein Reporter. Adeyemi konterte nach seinem zweiten Pflichtspieltreffer im Trikot der Katalanen seit seinem Wechsel im Sommer von Borussia Dortmund keck: „Ich habe keinen schwachen Fuß.“ Und: „Es war ein großartiger Treffer.“
Barca, das die Champions League zuletzt 2015 gewinnen konnte, hat in dieser Saison alle fünf Pflichtspiele gewonnen und dabei in vier Partien jeweils fünf Tore erzielt. „Aber das Wichtigste ist, dass wir als Mannschaft auftreten, als eine Einheit“, sagte Trainer Hansi Flick. Neben Adeyemi trafen zudem Doppelpacker Raphinha (3., 57.), Superstar Lamine Yamal (77.) und Gabriel Jesus (85.).
Barcelonas Fans hoffen, dass das Warten auf den nächsten Triumph in der Königsklasse in dieser Saison endlich ein Ende hat. „Jeder ist hungrig, wir wollen einfach alles gewinnen“, sagte Adeyemi, der seine Zeit in Barcelona gerade richtig genießt: „Es ist ein Vergnügen. Ich bin dankbar für diese Chance. Jedes Spiel macht einfach Spaß.“ Dass Barca sich für ihn überhaupt interessierte, hatte in Deutschland ja so manchen überrascht. Für den WM-Kader hatte Adeyemi sich jedenfalls nicht qualifizieren können.
Sein neuer Trainer Hansi Flick integrierte ihn in sein Starensemble – mit dem besten Spieler der Welt? Flick jedenfalls hat einen klaren Favoriten bei der Wahl des Ballon d‘Or für den Topakteur der vergangenen Saison: Lamine Yamal. Wenn es nach dem 61-jährigen Flick ginge, bekäme sein junger Flügelflitzer den Goldenen Ball bei der Ehrung am 26. Oktober in London überreicht. Favorisiert ist er allerdings nicht.
„Für mich ist er ein außergewöhnlicher Spieler. Das sieht man in jedem Spiel“, sagte der ehemalige Bundestrainer nach dem 5:1-Erfolg gegen Feyenoord Rotterdam. „Er ist etwas Besonderes. Niemand hat das wie er. Ich finde, er hat es verdient.“ Der erst 19 Jahre alte Yamal ist bereits Europa- und Weltmeister. Allerdings hatten bei der WM andere Spieler mehr geglänzt als er. Für Yamal, der lediglich ein Tor erzielte (gegen Saudi-Arabien), sprechen mehr die Leistungen auf Vereinsebene.
Auch jetzt ist der FC Barcelona schon wieder Tabellenführer in Spaniens La Liga – und furios in die neue Königsklassen-Saison gestartet. Lamine Yamal fehlt nach seinem Freistoßtor gegen Feyenoord nun nur noch ein Treffer, um den Rekord für die meisten Champions-League-Tore im Alter von 20 Jahren oder jünger einzustellen, den derzeit Kylian Mbappé hält (13). SID