ZUM TAGE

Bayerns Kaderplanung unter der Europa-Lupe

von Redaktion

Konkurrenzkampf mit Talenten

Die Favoriten auf den Thron im europäischen Clubfußball haben allesamt abgeliefert: Manchester City ließ im ersten Königsklassenspiel in der Post-Pep-Guradiola-Ära unter Enzo Maresca gegen den FC Porto nichts anbrennen (2:0). Real Madrid gewann gegen Inter Mailand (2:1) und der FC Arsenal in Neapel (1:0) – und sowohl der FC Barcelona gegen Rotterdam (5:1) als auch Titelverteidiger Paris Saint-Germain gegen Bratislava (6:1) fackelten ein Torfeuerwerk ab.

Der FC Bayern startete mit dem ungewöhnlichen Donnerstagsspiel gegen FK Bodö/Glimt spät in die neue Spielzeit der Champions League (Spielende nach Drucklegung dieser Ausgabe). Doch unabhängig davon ist es die Königsklasse, die die Kaderplanung des deutschen Rekordmeisters gnadenlos unter die Lupe nehmen wird. Gerade in der heißen Phase im Frühjahr waren die Münchner vom Verletzungspech geplagt und konnten im entscheidenden Halbfinal-Rückspiel gegen Paris keine Impulse von der Bank setzen.

Die Verantwortlichen um Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund sind von ihrer zusammengestellten Mannschaft freilich überzeugt. Nachdem die Bayern mit Nicolas Jackson, Leon Goretzka und Raphael Guerreiro drei erfahrene Spieler verloren haben, wurde das Team von Chefcoach Vincent Kompany mit Nathaniel Brown, Ismael Saibari und Bara Sapoko Ndiaye verstärkt. „Wir sind jünger und flexibler geworden, haben auch von der Schnelligkeit, Kreativität und Flexibilität her zugelegt“, findet Sportchef Eberl.

Der neue Kader wurde also erneut bewusst kleingehalten, um keinen übertriebenen – aber trotzdem einen gesunden – Konkurrenzkampf zu haben. Ansonsten sollen sich auch heuer wieder vielversprechende Talente in der Profi-Mannschaft festspielen – so wie es Lennart Karl (beginnend mit 17, inzwischen 18) in der vergangenen Saison geschafft hat. Die jüngste Vertragsverlängerung von Offensivspieler Tim Binder (19) bis Sommer 2030 kommt also nicht von ungefähr. Die Bayern haben mal wieder vernünftig gehaushaltet. Ob das für den Champions-League-Titel reicht, wird sich aber zeigen müssen.

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