Es hatte sich was angestaut

von Redaktion

Die Drei-Tore-Explosion des VfB-Stürmers Demirovic

Blitz-Hattrick als Statement im Stuttgarter Stürmer-Konkurrenzkampf: Ermedin Demirovic. © THOMAS KIENZLE/AFP

Stuttgart – Mit dem unterschriebenen Spielball unterm Arm und einem Strahlen stand Ermedin Demirovic in der Mixed Zone. So ganz wusste der 28-Jährige nach seinem historischen Dreierpack zum Start in die Champions League aber nicht, wohin er mit seinen ganzen Gefühlen sollte.

„Das ist so ein Tag, den ich in meinem Leben nicht vergessen werde. Ich glaube, jeder möchte Champions League spielen, jeder träumt von Toren. Ich mache drei in einer Halbzeit. Unfassbar. Also ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin so glücklich“, sagte der Stuttgarter Torjäger nach dem 3:1 (3:1) gegen Viking Stavanger strahlend. Es sei alles „unbeschreiblich“.

Demirovic ist der erste Spieler in der VfB-Geschichte, dem in einem Spiel im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb drei Tore gelangen. Dass er dies auch noch innerhalb von zwölf Minuten erledigte, sicherte dem Bosnier in der Königsklasse zudem noch einen Platz in einem illustren Kreis um Mohamed Salah, Kylian Mbappé (beide sieben Minuten), Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski (beide elf).

Dass Demirovic im ersten Spiel der Ligaphase zum „Man of the match“ gekürt wurde, war die Folge. „Er hat Geschichte geschrieben“, lobte Trainer Sebastian Hoeneß nach den Treffern in der 20., 26 und 32. Minute. „Schön, dass er hier ist. Das ist außergewöhnlich, etwas ganz Besonderes“, ergänzte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.

Die Treffer zwei und drei hatte Deniz Undav mustergültig vorbereitet. Dies sei „ein erstaunliches Signal“, so Wohlgemuth weiter, „dass die individuelle Qualität in unserem Kader passt“.

Dabei war im Sommer immer wieder über einen Transfer von Demirovic spekuliert worden, nachdem die Schwaben in Dzenan Pejcinovic einen jungen Stürmer vom VfL Wolfsburg für 25 Millionen Euro verpflichtet hatten. Auf die Konkurrenzsituation angesprochen, meinte Demirovic: „Es hat sich ein bisschen was angestaut in mir, wobei ich froh bin, jetzt hier zu sein. Es ist jetzt auch kein Thema mehr.“

In den ersten beiden Bundesligaspielen beim FC Bayern (1:5) und gegen den 1. FC Köln (4:1) hatte der Nationalspieler noch auf der Bank gesessen. Hoeneß hatte Pejcinovic, der auch im Notizbuch von Bundestrainer Jürgen Klopp steht, den Vorzug gegeben.

Gegen Stanvanger nutzte Demirovic jedoch seine Chance beeindruckend. Doch auf eine Kampfansage nach seinem „perfekten Abend“ verzichtete er. „Wir brauchen eine schlagkräftige Mannschaft. Dazu gehören drei Stürmer.“SID

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