Musialas magische Momente

von Redaktion

„Will meine Leistung bringen“: FCB-Star zeigt sich nach Treffer ehrgeizig

Freude pur bei Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Viele schauen, einer schießt: Jamal Musiala erzielte den 900. Treffer des FC Bayern in der Königsklasse. Und auch für den 23-Jährigen war es ein besonderes Tor. © IMAGO

München – Auch wenn das Tor natürlich alles überstrahlte, sah man den „alten“ Jamal Musiala schon ein paar Minuten vorher: In der 40. Minute bekam der 23-Jährige gegen Bodö/Glimt den Ball an der Strafraumkante, ließ mit einer schnellen Körpertäuschung seine Gegenspieler stehen und schloss direkt ab. Den Schuss konnte Gästetorwart Nikita Haikin zwar noch parieren, die gesamte Aktion erinnerte aber stark an den Jamal Musiala vor der schweren Verletzung bei der Club-WM 2025 – und vor Bekanntmachung der neurologischen Dysfunktion, aufgrund derer Musiala in der Saisonvorbereitung zweimal zusammenbrach.

Nun durfte er beim Champions-League-Auftakt gegen Bodö (5:0) erstmals seitdem wieder in der Startelf auflaufen und erlebte einen wahrhaft magischen Abend: Gleich nach Beginn der zweiten Halbzeit traf Musiala nämlich, es war der 900. Treffer des FC Bayern in der Königsklasse – und für Musiala eine Erlösung nach den schweren vergangenen Wochen: „Das Gefühl, das ich heute gehabt habe, hatte ich eine Weile nicht“, erklärte der Mittelfeldspieler nach Abpfiff bei DAZN. „Ich freue mich, wieder im Rhythmus zu sein. Es war ein super Moment. Ich bin glücklich, für mich selbst und für die Mannschaft. Den Abend werde ich sehr genießen.“

Neben aller Begeisterung zeigte sich Musiala aber gleich wieder ehrgeizig: „Ich will meine Leistung wieder bringen. Körperlich fühle ich mich gut“, so der 23-Jährige. „Ich will Schritt für Schritt mit einem leichten Gefühl auf den Platz und auf mein Level kommen.“

Wenn man seinem Trainer glauben darf, ist dieses Level aber bereits ziemlich hoch: „Er hat sich das im Training verdient. Das war kein Geschenk, nur weil wir Jamal unterstützen möchten – wir unterstützen Jamal schon, aber er war einfach gut im Training.“

Und auch Max Eberl betonte: „Es kommt wieder Normalität rein. Das ist das Schönste für ihn. Er sagt immer: ‚Auf dem Platz fühl’ ich mich am wohlsten.’ Dass er das 1:0 in der zweiten Halbzeit macht, das sind so Geschichten, die der Fußball schreibt – aber das hat der Junge sich auch verdient.“

Doch natürlich freuen sich Kompany und Eberl nicht nur für Musiala als Person, sondern auch für ihre Mannschaft, die spätestens jetzt eine weitere Alternative auf der Zehn einplanen kann. „Für mich sind wir jetzt wieder in der Phase, dass es wieder nur um die Leistung geht“, eröffnete Kompany den Konkurrenzkampf.

Zuletzt wechselten sich die Neuzugänge Nathaniel Brown und Ismael Saibari auf der Spielmacherposition ab. Mit seiner Leistung am Donnerstag gab Musiala aber ebenfalls ein Bewerbungsschreiben für einen Stammplatz ab. Und bald wird auch Serge Gnabry wieder eingreifen können. Kompany hat also bis zu vier mögliche Zehner – und einen Jamal Musiala, der auf bestem Weg zu alter Form ist. Die Aussichten könnten schlechter sein …MANUEL BONKE, V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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