München – Haarscharf an der Arroganz vorbei – und dafür von vielen Fans im Internet gefeiert: Das wortkarge Interview von Michael Olise nach dem Sieg in der Champions League hat hohe Wellen geschlagen – auch unsere Zeitung kommentierte den Auftritt des Bayern-Stars kritisch. Der Verein stellt sich jetzt hinter den Ballkünstler. „Das ist halt nicht seine Art, und nicht jeder Mensch ist gleich. Aber das Entscheidende, warum wir Michael bei uns haben, ist, wie er Fußball spielt. Und das tut er außergewöhnlich“, sagte Sportvorstand Max Eberl.
Nach seinen beiden Traumtoren war der Franzose zum „Spieler des Spiels“ gewählt worden und musste deshalb zum Interview erscheinen. Dort ließ er den DAZN-Reporter aber auflaufen und antwortete nur knapp beziehungsweise gar nicht auf die Fragen.
Von mangelndem Respekt wollte Eberl aber nichts wissen: „Die Leute sagen einfach: Das ist ein Fußballer, der soll Fußball spielen, der soll Spaß haben. Die Kids und die Jugendlichen können sich damit vielleicht auch ein Stück mehr identifizieren als wir.“
Auch Trainer Vincent Kompany nahm Stellung: „Glauben Sie, der Journalist, der die Fragen bei dem Interview mit Michael gestellt hat, ist nicht zufrieden, weil das jetzt viral gegangen ist? Wenn Michael jede Frage beantworten würde, wie ich das mache, dann geht nichts viral. Aber wir müssen ehrlich sein: Es hat kein Sponsor und kein Journalist einen Nachteil durch Michaels Art – jeder profitiert davon. Ich weiß, dass Sponsoren einfach wollen, dass über sie gesprochen wird – und wenn Michael da ist, dann wird über die Sponsoren gesprochen.“
Hauptsache Aufmerksamkeit – aber wer sich Informationen oder Emotionen von Olise erhofft, der schaut eben in die Röhre.