Weinen zusammen: Leonie Fiebich und Luisa Geiselsöder (im Vordergrund) trösten sich gegenseitig nach der verpassten Medaille. © IMAGO
Berlin – Frieda Bühner weinte hemmungslos, viele ihrer Mitspielerinnen wischten sich niedergeschlagen die Tränen aus den Augen: Deutschlands Basketballerinnen haben ihren bemerkenswerten Lauf bei der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin ohne die historische erste Medaille beendet und gehen nach einer deutlichen 58:81 (36:40)-Niederlage gegen Spanien auf Platz vier leer aus.
„Ich hätte dem Team eine Medaille gegönnt, ich glaube, das hätten wir uns verdient. Dass es jetzt nicht geklappt hat, ist eine Erfahrung, die wir mitnehmen müssen, ein Schmerz, den wir mitnehmen müssen und in Aggression und Motivation umwandeln müssen für das nächste große Turnier“, sagte Leonie Fiebich. Dass sie und ihre Mitspielerinnen für eine große Euphorie während der Heim-WM gesorgt hatten, tröstete sie in dem Moment nicht: „Ehrlich gesagt tut es gerade einfach nur weh.“
Während das Team um Bühner und Fiebich in der Kabine verschwand, erklang aus den Boxen der Arena der Party-Klassiker Eviva España. Die mit 22 Punkten herausragende Iyana Martin und ihre Mitspielerinnen hüpften freudig über das Parkett, nachdem sie den Gastgeberinnen fair gratuliert hatten.
Nyara Sabally (13 Punkte) und Alexis Peterson (13) überzeugten vor den Augen von Dirk Nowitzki und Dennis Schröder für das deutsche Team, doch für einen Sieg reichte es nicht. Vor 12.187 Zuschauern in der Arena hielt Deutschland besser mit als vor zehn Tagen, als der WM-Auftakt noch mit 53:83 gegen Spanien verloren ging.
Platz vier bleibt für das Team von Bundestrainer Olaf Lange ein Erfolg und das beste Abschneiden der Geschichte. Noch mehr wert ist das Resultat angesichts des Fehlens von Starspielerin Satou Sabally, die aufgrund der Folgen einer Gehirnerschütterung ihre Teilnahme frühzeitig absagen musste. Die ältere der beiden Sabally-Schwestern gilt als beste deutsche Spielerin.
Die zehn Tage Frauen-Basketball in der Hauptstadt wird der DBB dennoch als Erfolg auf ganzer Linie verbuchen. Das Lange-Team hat die Erwartungen sportlich übertroffen. Und insgesamt fanden sich rund 230.000 Menschen bei den Spielen in der Arena am Ostbahnhof sowie der Max-Schmeling-Halle an. Nowitzki wurde in der Finalrunde zum Dauergast und sprach von einem „Sommermärchen“ in Berlin. „Die Wertschätzung ist größer geworden, für Frauen und Männer. Das sieht man“, sagte die Basketball-Ikone.
Die Krönung des Heim-Turniers sollte es ausgerechnet gegen die starken Spanierinnen geben, gegen die man zum WM-Auftakt noch so deutlich verloren hatte. Wie am Vortag beim 64:86 im Halbfinale gegen Frankreich zeigte sich auch im Bronze-Spiel: Die absolute Weltspitze ist noch ein gutes Stück entfernt.
Gegen Frankreich erlaubte sich Deutschland 25 Ballverluste – so viele waren es diesmal zwar nicht, doch die beiden Partien wiesen einige Parallelen auf. Im Halbfinale lag Langes Team für insgesamt elf Sekunden in Führung. Im Bronze-Spiel waren es zwölf, beim Stand von 2:0.
Wann immer Deutschland ins Spiel zurückzufinden schien, hatte Spanien die passende Antwort. Ein 15:3-Lauf zum Start in die zweite Halbzeit brachte den Favoriten endgültig auf die Siegerstraße.DPA