Stolzer Vuelta-Sieger: Enric Mas. © IMAGO
Granada – Enric Mas fuhr unter dem Jubel seiner Landsleute Arm in Arm mit seinen Teamkollegen über den Zielstrich. Nach all den unerfüllten Erwartungen und der teils beißenden Kritik ist der Mallorquiner im Alter von 31 Jahren doch noch am Ziel seiner Träume angelangt. Zwölf Jahre nach dem letzten Triumph von Alberto Contador hat Spanien wieder einen Vuelta-Sieger.
Auf der letzten Etappe über 112 Kilometer, die der Norweger Tobias Halland Johannessen gewann, brachte Mas auf dem Rundkurs in Granada sein Rotes Trikot sicher ins Ziel, nachdem ihm auf den letzten Bergetappen der viermalige Gesamtsieger Primoz Roglic aus Slowenien und der Österreicher Felix Gall nicht mehr gefährlich werden konnten.
„Ich hatte während der gesamten Vuelta riesigen Spaß. Alles lief super, ich habe jeden Kilometer genossen“, sagte Mas überglücklich und fügte hinzu: „Eine Vuelta zu gewinnen, ohne zu leiden, ist unmöglich. Man arbeitet darauf hin, einen solchen Tag zu erleben. Davon habe ich geträumt.“
Jahrelang lebte Mas unter dem großen Erwartungsdruck, die Nachfolge von Contador antreten zu müssen. Dreimal belegte er bei der Vuelta den zweiten, einmal den dritten Platz – zu wenig für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Radsport-Fans in Spanien. Dass es nun doch noch gelang, machte auch Contador glücklich.
„Oft hat es den Anschein, als sei eine Leistung nichts wert, wenn man nicht gewinnt. Deshalb wird der Radsport Enric Mas mit diesem Vuelta-Sieg endlich die Anerkennung zollen, die er verdient“, sagte Contador. Zur Wahrheit gehört aber auch: Wäre dem klar in Führung liegenden Superstar Tadej Pogacar nicht der folgenschwere Sturz auf der achten Etappe passiert, hätte es auch dieses Mal kaum gereicht.SID