Rosenheim – Der Mittwoch steht traditionell auf dem Rosenheimer Herbstfest im Zeichen der Familie. Dabei gab es am Familientag in diesem Jahr eine Premiere: Der Wiesnwache wurde zu deren Freude kein einziges abgängiges Kind gemeldet.
Ganz ohne Zwischenfälle blieb der Festabend allerdings nicht. Ein 50-jähriger Rosenheimer hatte wohl zu tief in den Masskrug geschaut. Mit mehr als zwei Promille hatte er offenbar einiges an Aggression im Gepäck. Laut Polizei zeigte er sich „konfrontationsbereit oder gewaltgeneigt“, provozierte Festgäste und wollte keine Ruhe geben. Das Team der Wiesnwache ließ sich auf die Auseinandersetzungen jedoch nicht ein. Stattdessen gab es für den Mann das Wiesnverbot.
Noch etwas ausgefallener wurde es bei einem 30-jährigen Österreicher. Während Dirndl, Lederhose und Trachtenhut auf dem Herbstfest zum Standardprogramm gehören, setzte der Tiroler modetechnisch auf eine ganz eigene Interpretation. Auf seinem Kopf thronte ein Hut in Form eines Grillhendls. An den Füßen trug er Plastikschuhe in Fischform. Zusammen mit seiner Lederhose sei diese Kombi nach Ansicht des 30-Jährigen perfekt geeignet, um Mädels kennenzulernen.
So richtig wollte Amors Pfeil allerdings offenbar nicht treffen. Stattdessen belästigte der Mann in einem Biertempel mehrfach weibliche Festgäste. Als er dann auch noch einen Kochlöffel zur Hand nahm und damit Gästen auf den Rücken schlug, war für die Polizei Schluss mit dem modischen Flirtversuch. Auch für ihn gab es ein Wiesnverbot. Die Polizei hat zudem einen kleinen Tipp für den nächsten Besuch parat: das Outfit vielleicht noch einmal überdenken, den Alkoholpegel von mehr als zwei Promille reduzieren – und den Kochlöffel besser dort lassen, wo er hingehört.
Mitten im Gedränge der Festgassen gerieten außerdem zwei 18-Jährige aneinander. Was genau den Streit auslöste, dürfte fast schon nebensächlich sein: Plötzlich flogen die Fäuste. Beide Burschen waren alkoholisiert und hatten laut Polizei etwa 1,2 beziehungsweise 1,3 Promille. Gegen beide wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Als zusätzliches Geschenk der Wiesn-wache gab es die Wiesnverbote 19 und 20.
Gegen Mitternacht war der Festbetrieb eigentlich weitgehend beendet. Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Robert Maurer zeigte sich bis dahin zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Dann sorgte ein 18-Jähriger aus dem Landkreis Miesbach noch einmal für Arbeit. Der junge Mann versuchte, mehrere Gläser mit ins Freie zu nehmen. Der Sicherheitsdienst sprach ihn daraufhin an und forderte ihn auf, die „Schluckgefäße“ zurückzubringen.
Statt Einsicht folgte jedoch Streit. Die Wiesnwache bekam die Situation „aus dem Augenwinkel“ mit. Der 18-Jährige ging dann auf Polizei und Sicherheitsdienst los. Die Beamten legten ihm Handschellen an. Anschließend ging es für ihn nicht mehr zurück ins Festzelt, sondern in eine Ausnüchterungszelle. Auf den 18-Jährigen kommt nun ein Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie Beleidigung zu.