Rosenheim – Friedlich, familienfreundlich und stimmungsvoll: Die Rosenheimer Wiesn hat ihre erste Halbzeit hinter sich gebracht. Wie die Rosenheimer Polizei am Sonntag (6. September) mitteilt, bestätigt die polizeiliche Bilanz der ersten acht Festtage den positiven Eindruck einer ruhigen Veranstaltung – mit wenigen Ausnahmen auf dem Niveau der Vorjahre.
35 Wiesn-Verbote sprach die Polizei bislang aus, im Vergleich zu 52 im Jahr 2025. Auch bei den Körperverletzungsdelikten blieb die Zahl trotz hoher Besucherzahlen mit sieben Anzeigen auf dem gleichen niedrigen Niveau wie im Vorjahr. Vier Gewahrsamnahmen wurden verzeichnet, nach sechs im Jahr 2025. Bei den Eigentumsdelikten wechselten in sechs Fällen hauptsächlich Fahrräder und Handys den Besitzer – 2025 waren es noch zehn Fälle.
Den meisten Anlass zur Beanstandung gab laut Angaben der Rosenheimer Polizei der Verkehr. Zwei Fahrzeugführer fielen mit zu hohen Alkoholwerten auf, die in direktem Bezug zum Herbstfest stehen – im Vorjahr waren es sieben. Hinzu kommt ein Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Auch die Parkmoral sorgte für Probleme: Trotz deutlicher Hinweise mussten 69 Fahrzeuge abgeschleppt werden, nach 72 im Jahr 2025. Besonders am Haupteingang zum Festgelände werden Personen zu Beginn und am Ende der Betriebszeit verbotswidrig aus Fahrzeugen herausgelassen. Die Polizei richtet daher einen dringenden Appell an die Besucher: „Parkt dort, wo es erlaubt ist.“
Jugendbeamte von Polizei und Stadtverwaltung waren seit Herbstfestbeginn regelmäßig auf und neben dem Festgelände unterwegs. Dabei trafen sie auf weniger minderjährige Raucher als in den Vorjahren. Positiv bewertet die Polizei die Schankmoral in den Festzelten, wo Jugendlichen kein Alkohol ausgeschenkt wurde. Auffälliger zeigte sich hingegen das sogenannte „Vorglühen“: Jugendliche trinken demnach bereits vor dem Festbesuch Alkohol – häufig auch Hochprozentiges.
Zum traditionellen Erntedankfest am zweiten Wiesn-Sonntag und dem anschließenden Festzug beginnt nun die zweite Halbzeit der Rosenheimer Wiesn. Die Wiesn-Wache werde, wie die Polizei ankündigt, weiterhin stark präsent ihre Aufgaben wahrnehmen und konsequent einschreiten, wenn dies erforderlich sei.