Skurrile Vermisstensuche und ein „sauberer Hackl“

von Redaktion

Wiesn-Blaulicht Haare am Kopf und Lederhose an

Rosenheim – Das 15-Minuten-Zeitlimit bei Vermisstenfällen auf dem Herbstfestgelände ist für die Beamten der Wiesnwache quasi ein unumstößliches „Dogma“. Am Mittwoch erhielt diese Vorgabe jedoch einen herben Dämpfer. Es kam sogar so weit, dass der „Vermisstenfall“ überhaupt nicht geklärt werden konnte.

Was war geschehen? Ein Festbesucher sprach eine Streife der Wiesnwache an und gab an, dass er seine zwei Freunde im Getümmel verloren habe. Dabei hätte er sich mit seinen Spezln doch unbedingt noch ins Rosenheimer Nachtleben stürzen wollen. Jetzt fühle er sich „sehr einsam“.

„Trotz der genannten Beschreibung, die nach seiner Meinung ja quasi einzigartig und individuell – soll man es gar als Unikat betiteln oder vielleicht Premium-Eigenart nennen – war, war eine Fahndung nicht von Erfolg gekrönt. Der sich Sorgende meinte, dass seine Freunde Haare am Kopf haben und eine Lederhose tragen“, teilte die Polizeiinspektion Rosenheim mit.

Ob der Besucher seine Freunde dann noch finden konnte, ist der Polizei nicht bekannt. „Denkbar hilft ja ein weiteres Beschreibungsmerkmal, denn vorstellbar ist, dass seine Spezln vielleicht auch Alkohol konsumiert hatten“, schrieben die Beamten mit einem Augenzwinkern.

Auch die Wiesnwache lernt während der Herbstfestzeit natürlich eifrig, sammelt Erfahrungen und erlangt ein umfangreiches Wissen über ausländische Grammatik und Vokabular. Zwei Frauen aus Sölden (Tirol) sprachen die Wiesnwache an, wo man denn nach der Wiesn noch hingehen könne. Die Beamten nannten als Tipp die Rosenheimer Innenstadt, was dankend von den beiden Damen angenommen wurde.

Dass beide sichtlich angetrunken waren, tat dem Eifer zum Weggehen keinen Abbruch. Doch ob sie dann noch lange durchgehalten haben, war für die Wiesn-wache nicht mehr zu ermitteln. Jedenfalls meinten die Damen bezüglich ihrer Alkoholisierung, die sie durch den Konsum von gegärten Weingetränken in einem Stadl erlangt hatten: „Heast, mia zwoa ham scho an sauberen Hackl…“

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