ePaper-Meldung

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,
Wegen Wartungsarbeiten an unserem Anmeldesystem haben wir das ePaper vorübergehend freigeschaltet.
Alle OVB-Lokalausgaben können Sie derzeit ohne Anmeldung lesen.

Kultband kommt nach Rosenheim

Tim Wilhelm (Dritter von links) mit seinen Bandkollegen der „Münchener Freiheit“. Münchner Freiheit

Tim Wilhelm (Dritter von links) mit seinen Bandkollegen der „Münchener Freiheit“. Münchner Freiheit

Was den Sänger der „Münchener Freiheit“, Tim Wilhelm, mit der Region verbindet

VON Patricia Huber

Rosenheim – Mit Klassikern wie „Ohne dich“ bewegt die „Münchener Freiheit“ seit Jahrzehnten Generationen. Seit inzwischen 15 Jahren steht Tim Wilhelm als Frontmann am Mikrofon der Kultband. Am 7. Oktober kommt die Band mit ihrer „Unterwegs“-Tour ins Rosenheimer Ballhaus. Im exklusiven Vorab-OVB-Interview spricht Wilhelm über seine Verbundenheit zur Region, den Respekt vor dem Erbe der Band, und warum ihm der echte Publikums-Kontakt wichtiger ist als Vor-Show-Rituale.

Wenn Sie an Rosenheim und die Region denken, was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn?

Tim Wilhelm: Sehr vieles! Natürlich denkt man an die „Rosenheim-Cops“ (lacht). Da ich seit vielen Jahren auch Theater spiele und die Welt bekanntlich klein ist, kennt man einige liebe Leute aus dem Kollegenkreis aus anderen Produktionen. Aber ich habe auch echt enge Verbindungen zur wirklich wunderschönen Region. Ich habe zum Beispiel oft in Riedering in Stephan Zehs „Mischbatterie“ Musik produziert und sogar mal überlegt, in der Nähe zum Dauergast am Campingplatz zu werden.

Sie sind bekennender Camper. Haben Sie im Chiemgau auch schon mal Ihren Urlaub verbracht?

Wilhelm: Naja, berufsbedingt und unverändert aus Leidenschaft bin ich ein echter Kilometerfresser – eben gerne unterwegs, und seit frühester Kindheit gibt’s die enge Verbindung zum Chiemgau: Mit meinen amerikanischen Verwandten waren etwa Besuche von Herren- und Frauenchiemsee geradezu obligatorisch, und ich bin einfach gerne in der Gegend. Ich bin zum Beispiel gut befreundet mit Stefanie Hertel und ihrer Familie und folglich regelmäßig zu Besuch.

Spannen wir den Bogen zur Musik: Wie schafft man die Balance, die großen Klassiker der „Münchener Freiheit“ zu bewahren und trotzdem eigene Akzente zu setzen?

Wilhelm: Für mich ist Musik seit jeher eine Art Antrieb und Urkraft, eine Herzensangelegenheit. Und bereits lange vor meiner offiziellen Aufnahme in die Band habe ich Musik gemacht – auch schon mit Micha und Alex von der „Freiheit“. Jeder wusste zum Zeitpunkt meiner Aufnahme, worauf er sich einlässt. Mir ging es nie darum, jemanden zu imitieren oder persönliches Kalkül zu verfolgen. Ich möchte von Anfang an der Band dienen. Für mich zählt am Ende immer die gemeinsame Live-Leistung auf der Bühne. Es geht um Teamwork. Genau wie im Fußball: Natürlich stell’ ich mich voll in den Dienst der Mannschaft. Inzwischen sind wir schon im 15. Jahr zusammen unterwegs. Dafür bin ich einfach dankbar.

Der Einstieg bei einer etablierten Kultband bringt oft Skepsis mit sich. Wie sind Sie am Anfang mit Kritikern umgegangen?

Wilhelm: Gerne gebe ich zu, ab und an ein dickes Fell gebraucht zu haben, speziell am Anfang. Manche Leute kritisierten uns, ohne uns je gehört zu haben – teilweise sogar vor unserem ersten gemeinsamen Auftritt. Auf welcher Grundlage auch immer… Aber ich habe gelernt: Da muss man einfach durch. Wenn man jetzt sieht, dass und wie wir seit so vielen Jahren und hoffentlich noch lange für unser treues Publikum Vollgas geben, spricht das, glaube ich, für sich. Letztlich zählen eben Taten, nicht die Worte.

Haben Sie als Band ein festes Ritual vor oder nach dem Auftritt?

Wilhelm: Ein Händezusammenlegen, wie man es von den drei Musketieren oder TV-Casting-Formaten kennt? (lacht) Dergleichen ist bei uns eher nicht Programm. Aber wir wissen eben unabhängig von Äußerlichkeiten, dass wir zusammenhalten. Persönlich bin ich gerne eher knapp vor Beginn an der Bühne parat, um das Energielevel und ein positives Lampenfieber hochzuhalten. Vor dem Konzert ist jeder eher für sich – und ich bin oft noch mit meinem Hund Gassi. Doch nach allen Auftritten pflegen wir eine Art Ritual: Wir sitzen im kleinsten Kreis zusammen und besprechen uns konstruktiv-kritisch. Im Klartext und unverblümt subjektiv, weil uns allen jedes Konzert am Herzen liegt.

Erst kurz vor Beginn parat? Gab es dann auch schon mal Situationen, in denen es zeitlich richtig brenzlig wurde?

Wilhelm: 2021 hatte ich eine Live-Fernsehsendung für das Musical „Zeppelin“ und fast zeitgleich ein Konzert mit der „Münchener Freiheit“. Die knapp 1.000 Kilometer zwischen den Auftrittsorten waren mit dem Auto unmöglich zu bewältigen. Weil die Band generell an allererster Stelle steht, mir aber auch „Zeppelin“, unser Ensemble und natürlich Komponist Ralph Siegel sehr am Herzen lagen, bin ich auf eigene Kosten per Privatflieger gedüst und in letzter Sekunde auf die Bühne gehechtet. Zum Glück ging alles gut, aber so knapp brauche ich es nicht noch einmal – schon aus Kostengründen. (lacht)

Kurz und knapp: Was erwartet das Publikum in Rosenheim?

Wilhelm: Erstens: Eine sehr spielfreudige Band, die sich ungemein auf ihr Publikum freut. Zweitens: Ein Abend voller Erinnerungen für treue Fans, aber auch voller Freude fürs jüngere Publikum. Und drittens: Ein Sänger, der sich darauf freut, die Brücke zwischen Band und Fans zu bilden, um gemeinsam zu einem einzigen großen Chor zu verschmelzen.

Was sollen die Besucher nach dem Konzert in Rosenheim mit nach Hause nehmen?

Wilhelm: Auf jeden Fall ein glückliches Gefühl! Musik soll verbinden – über Generationen, Sprachbarrieren und alle Grenzen hinweg.

Konzert am 7. Oktober

Freitag, 2. Oktober 2026
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie das OVB ePaper in Top-Qualität und testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos und unverbindlich.