Berliner Geldsegen für das Klepperbad
Freuen sich über den Zuschuss: (von links) Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und Heiko Peckmann, Geschäftsführer der Stadtwerke.
720.000 Euro fließen aus einem Förderprogramm des Bundes für das Rosenheimer Hallenbad
Rosenheim – Etwas verwundert schauten die Badegäste dann doch drein. Direkt am Eingang des Hans-Klepper-Hallenbads wurden sie nicht nur von Oberbürgermeister Abuzar Erdogan begrüßt, auch die CSU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin beim Innenministerium, Daniela Ludwig, strahlte ihnen entgegen. „Wir machen das jetzt jeden Morgen so, gehört zum Service“, scherzte sie.
Zuschuss aus
Sondervermögen
Generell war die Stimmung an diesem Morgen ausgelassen, war doch der Anlass mehr als erfreulich. So wurde vor einigen Tagen bekannt, dass der Bund die Sanierung des Hans-Klepper-Hallenbads mit einem Zuschuss von 720.000 Euro fördert. Diesen Beschluss fasste der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. Die Gelder dazu stammen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS). Hierfür sind im Wirtschaftsplan 2026 des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität 250 Millionen Euro veranschlagt.
„Das ist eine immens hohe Summe und alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, sagte Ludwig. Sie habe sofort überlegt, welche kommunale Sportstätte sich in der Region für den Zuschuss anbieten würde. „Der Oberbürgermeister ist dann sofort in die Überlegungen eingestiegen“, sagt sie. Letztlich habe sich die Stadt dazu entschieden, mit dem Hans-Klepper-Hallenbad ins Rennen zu gehen.
Für Ludwig eine „absolut richtige Entscheidung“. Das Hallenbad liege im Herzen Rosenheims und sei für die Schulen im Stadtgebiet super zu erreichen. Aber auch daraus machte an diesem Vormittag niemand ein Geheimnis: Das Hallenbad ist in die Jahre gekommen. „Wir hegen und pflegen das Bad so gut wie wir nur können. Aber bei einem Bad, das mittlerweile 56 Jahre alt ist, reicht das nicht mehr aus“, sagte Heiko Peckmann, Geschäftsführer der Stadtwerke.
Es gebe Sanierungsmaßnahmen, an denen mittlerweile kein Weg mehr vorbeiführt. Etwa an der Gebäudehülle. „Hier haben wir Betonabplatzungen“, sagte Peckmann. Ein großer Teil der Fassade bestehe zudem aus Glas. „Das muss energetisch auf einen neuen Stand gebracht werden“, fügte der Geschäftsführer hinzu. „Wir wollen die Sanierungsmaßnahmen schrittweise vornehmen“, sagt er. Das Hallenbad soll nicht geschlossen werden.
Er geht davon aus, dass die komplette Sanierung rund drei Millionen Euro in Anspruch nehmen würde. Die 720.000 Euro sollen jetzt in die Maßnahmen investiert werden, die am dringlichsten sind. Die restlichen Kosten werden komplett über den Haushalt der Stadtwerke gestemmt. „Jeder zusätzliche Euro tut uns gut und wir sind froh, dass wir das Projekt jetzt vorantreiben können“, sagte Peckmann.
Froh über die Förderung zeigte sich auch Oberbürgermeister Abuzar Erdogan. „Wir dürfen nicht unterschätzen, welche Bedeutung kommunale Sportstätten, wie ein Hallenbad, für die Menschen haben“, sagte er. Kinder lernen hier schwimmen, Schulen nutzen das Bad für ihren Unterricht und Vereine finden an der Stemplingerstraße einen Raum für Training und Sport.
„Mit den 720.000 Euro Bundesförderung können wir notwendige Investitionen voranbringen und dazu beitragen, dieses Angebot auch künftig für die Menschen in unserer Stadt zu erhalten“, sagt der Oberbürgermeister. Er nutzte die Gelegenheit, um die gute Zusammenarbeit mit Daniela Ludwig zu loben. Sie sei immer erreichbar und würde sich immer für die Belange in Rosenheim einsetzen. „Wir haben eine Abgeordnete, die sich um die Stadt kümmert. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Erdogan.
Schwimmen ist
lebenswichtige Fähigkeit
Auch Daniela Ludwig hob die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hervor und machte noch einmal deutlich, warum das Klepper-Hallenbad mehr ist als nur eine reine Freizeiteinrichtung. „Schwimmen zu können, ist weit mehr als eine sportliche Fähigkeit. Es kann im entscheidenden Moment lebensrettend sein“, sagte sie. Viele Grundschulkinder verfügten nicht über ausreichende Sicherheit im Wasser. „Damit Kinder diese wichtige Fähigkeit überhaupt erwerben können, braucht es ausreichend Möglichkeiten zum Schwimmenlernen“, fügte sie hinzu.
Genau diese Möglichkeiten entstehen derzeit in Rosenheim. Insgesamt gibt es in der Stadt vier Lehrschwimmbecken. Zumindest dann, wenn das neue Hallenbad am Nörreut fertiggestellt ist. „Der Neubau wird auch für die Vereine eine Entlastung mit sich bringen“, sagte Erdogan. Zudem biete das neue Hallenbad Platz für eine zweite Schulklasse, sodass in Zukunft zwei Klassen gleichzeitig ihrem Schwimmunterricht nachgehen können.
Zeitnah müsse sich der Stadtrat auch darüber Gedanken machen, wie es mit den beiden Lehrschwimmbecken in Aising und Westerndorf weitergeht. „Irgendwann müssen wir auch hier investieren“, sagte Erdogan.