Rosenheim – Es war eine ganz besondere Energie, die am Mittwochnachmittag (2. September) im „Franz am Wiesntor“ herrschte. Positiv, unbeschwert und voller Tatendrang. Das Lokal war gut besucht, wie sonst auch – dieses Mal aber fast ausschließlich mit Frauen. Denn für die zweite Rosenheimer Damenwiesn machten sich rund 200 Frauen auf den Weg zur Loretowiese, um sich zu vernetzen, sich auszutauschen und sich zu solidarisieren.
Drei Frauen organisieren
die Damenwiesn
Organisiert wurde das Event von – wie sollte es anders sein – drei Frauen. Nämlich Alexandra Birklein, Cornelia Hartinger und Manuela Häusler. „Die Idee für dieses Event kam uns, als wir vor zwei Jahren beim Tatzlwurm auf dem Herbstfest zusammensaßen“, erzählt Hartinger im OVB-Gespräch. Die Frauen fragten sich, warum es bisher noch keine Veranstaltung dieser Art in Rosenheim gab, und nahmen das Ganze schließlich selbst in die Hand.
Im vergangenen Jahr fand also die Premiere im Tatzl-wurm statt. Heuer im „Franz am Wiesntor“. „Wir wollen rotieren“, sagt Häusler. Nächstes Jahr gehe es dann ins „Johann Auer“ auf dem Herbstfest. Geld verdienen die Organisatorinnen mit der Veranstaltung allerdings nicht, wollen sie auch gar nicht, wie sie deutlich machen. „Wir machen das ehrenamtlich, um Frauen zusammenzubringen“, sagt Hartinger. Dennoch bereite die Organisation der Veranstaltung den Dreien auch eine große Freude – und das über das gesamte Jahr hinweg. Denn die Planung nimmt einiges an Zeit in Anspruch. Und auch die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen sprechen für sich. Viele berichten über tolle neue Bekanntschaften und Kontakte. „Frauen untereinander sind da auch ganz unkompliziert“, sagt Birklein mit einem Lächeln. Ganz unkompliziert gab sich auch Schirmherrin Ilse Aigner. Sie wollte eigentlich auch dabei sein, konnte es aber aufgrund ihrer Knie-Operation leider noch nicht einrichten. Dennoch ließ sie es sich nicht nehmen, kurzerhand in ihrem Garten eine Videobotschaft für die Damen aufzunehmen. Dafür richtete Daniela Ludwig (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, ein paar kurze Worte an die Rosenheimer Damen. Sie unterstützte die Organisatorinnen bei der Veranstaltung und sagte vor Ort: „Ich glaube, solche Nachmittage wie heute müssen wir alle einfach nutzen in Zeiten, die vielleicht einmal nicht so leicht sind.“ Zwar sei dieser Tag ein Tag zum Feiern und Spaß haben, aber Ludwig weiß auch: „Wenn es dann einmal hart auf hart kommt, dann bin ich mir sehr, sehr sicher, können wir uns gegenseitig – entgegen vieler Gerüchte und anderslautender Klischees – richtig krass aufeinander verlassen.“ Der laute Jubel und Applaus stimmten ihr dabei deutlich zu.
Bürgermeister setzt auf
Können der Frauen
Und sogar der Hahn im Korb durfte bei der Damenwiesn zu Wort kommen: Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan (SPD). Er sprach das Thema „Frauen in Führungspositionen“ an. „Frauen können nicht nur Haushalt und Familie organisieren, sondern Frauen können vor allem auch Führung und Frauen können Karriere“, sagte er. „Und dazu möchte ich Sie ermutigen.“ Er wisse, wie wichtig Frauen für die Gesellschaft sind. „Wir brauchen die Frauen. Wir brauchen sie in jeder Lebenslage“, machte er deutlich. „Wir brauchen sie in der Wirtschaft, wir brauchen sie in der Verwaltung, wir brauchen sie in der Politik. Denn ohne die Lebensrealität von Frauen in unterschiedlichen Perspektiven wäre unsere Gesellschaft ganz schön arm und ganz schön rückschrittlich.“