Rosenheim – „Bloß nichts verscherzen“ – dass man auf dem Herbstfest fast alles darf, stimmt so natürlich nicht. Es gibt genau wie auf dem Fußballplatz etliche Spielregeln, die zu beachten sind. Ein klassisches Eigentor erzielte allerdings ein 37-Jähriger aus Bad Reichenhall, der in einer „Hopfen-Hacienda“ jegliche Contenance vermissen ließ. Er legte ein respektloses und freches Verhalten einer Bedienung gegenüber an den Abend. Weil er dann auch noch dem Sicherheitsdienst blöd kam, war der Zapfhahn für ihn endgültig zugedreht. Die Wiesnwache rückte an und zückte die Rote Karte. Die Wirrungen im Hirn des Bad Reichenhallers dürften wohl durch den erhöhten Pegel von über zwei Promille verursacht worden sein.
„Druck, Druck, vor lauter Druck spüre ich gar keinen Druck“ – dieser Satz eines ehemaligen Top-Torhüters traf für einen Störenfried (18) aus Utting nur bedingt zu. Druck hatte er sicherlich – allerdings in der unteren Bauchregion. Verursacht durch den Konsum von reichlich Bier wollte der junge Mann es einfach wieder herauslaufen lassen und urinierte in aller Seelenruhe an den Eingang einer der Bierburgen. Die Folge war klar: Bußgeldanzeige wegen Wildpinkelns und der nächste Platzverweis in Form eines Wiesnverbots.
Eine (vermeintliche) „Drohne“ sorgte am Abend für Aufregung. Wie sich rasch herausstellte, war es kein offizielles Flugobjekt, sondern ein kleines Glas, das ein Brannenburger (19) mit einem satten Wurf in die Umlaufbahn eines Festzeltes geschickt hatte. „Warum, weshalb und wieso er das getan hatte, konnte nicht geklärt werden“, teilte die Polizei mit. Möglicherweise hatten seine zwei Promille den Wurf ausgelöst. Die Polizei verstand hier verständlicherweise keinen Spaß. Durch eine derartige Werferei können leicht schwere Verletzungen entstehen. So kam es für den Brannenburger wie es kommen musste: Er erlitt seinen ganz persönlichen Bruch mit dem Herbstfest – und muss die letzten Tage von zu Hause aus verfolgen, denn auch er bekam natürlich ein Wiesnverbot.
Zwei echte Drohnen wurden dann aber mit Beginn des Feuerwerks gegen 21 Uhr festgestellt. Die beiden Piloten wurden nahe des Festgeländes gefunden. Da beide die Flugobjekte ohne Erlaubnisse flogen, erwartet beide eine entsprechende Anzeige nach dem Luftverkehrsgesetz.
Falscher Fuchzga: Mit einem solchen Schein bezahlte an einem Fahrgeschäft ein Mann (49) aus Rosenheim. Dabei stellte das Personal sofort fest, dass es sich um Falschgeld handelt. Die Polizei wurde informiert und hat entsprechende Ermittlungen eingeleitet. Dabei soll nun geklärt werden, wie der Rosenheimer in den Besitz des falschen Scheines gekommen ist.
„Und hier kommt der Spieler mit der Nummer 46“: Auf dem „Spielfeld“ des Herbstfestes gelten zwar nicht die UEFA- oder FIFA-Richtlinien, aber Ordnung und Anstand sind sehr wohl gefordert. Ein Trunkenbold (34) aus Prutting ließ beides vermissen. Er beleidigte stattdessen das Sicherheitspersonal und die Wiesnwache zeigte dem Spieler ebenfalls die Rote Karte und sprach damit das bis dato 46. Wiesnverbot in diesem Jahr aus. „Um in der Fußballsprache zu bleiben: Er durfte zum Duschen gehen“, schrieb die Polizei.
Vom Zapfzirkus ins „Hotel Polizei“: Warum ein Mann (57) aus Nußdorf zunächst gegenüber dem Sicherheitsdienst in einem Bierzelt einen solchen Auftritt hinlegte, dürfte wohl sein Geheimnis bleiben. Er stieß wilde Beleidigungen aus, schlug und trat wild herum. Die Polizei rückte an – und auf der Wiesnwache sattelte der Trunkenbold auf den „Anti-Mitmach-Modus“ um. Sein Mundwerk war allerdings nach Polizeiangaben weiter „on fire“, denn er beleidigte die Beamten als „Arschlöcher“, „Wichser“ und mit noch vielen weiteren Nettigkeiten. Der Nußdorfer blieb aggressiv und konnte nicht beruhigt werden.
Er wurde deshalb in ein Zimmer im „Hotel Polizei“ auf der anderen Straßenseite verfrachtet. Aber auch hier war noch längst keine Ruhe. Er zerriss die Zellenmatratze und stopfte die Toilette damit voll. „Durch die von ihm jetzt mehrfach betätigte Spülung sprudelte das Wasser über und so setzte er die Zelle unter Wasser. Auch die Lüftungseinheit riss er mit roher Gewalt aus der Mauer“, schrieb die Polizei. Daraufhin war ein Bettenwechsel mitsamt „Upgrade“ in Form von Handfesseln unumgänglich. Ihn erwartet nun eine ganze Latte an Strafanzeigen, und vermutlich wartet auch noch eine satte „Hotelrechnung“ auf den Trunkenbold. mw/pi