Das Netflix des Sports

von Redaktion

Zum Boxkampf des Jahres: Alles, was Sie über den neuen Sport-Streamingdienst DAZN wissen müssen

Von Jörg Heinrich

Früher war alles einfacher mit dem Sport im Fernsehen. Wenn Muhammad Ali im Ring stand, stellten sich Boxfans den Wecker und schalteten in aller Herrgottsfrüh das Erste oder das Zweite ein. Wenn am Sonntagmorgen ab 3 Uhr in Las Vegas der „Boxkampf des Jahres“ zwischen dem Amerikaner Floyd Mayweather und dem Iren Conor McGregor steigt, wird das Zuschauen komplizierter. Ein TV-Gerät ohne Internetanschluss genügt nicht mehr. Denn live ist das sportlich fragwürdige Spektakel zwischen dem gelernten Boxer Mayweather und dem Ultimate-Fighting-Champion (eine Art Kickboxen) McGregor in Deutschland nur online über den Streamingdienst DAZN zu sehen. Damit bekommen Fans einen Vorgeschmack auf die Zukunft. Denn immer mehr große Sport-Events wandern kostenpflichtig ins Internet ab, zu Eurosport oder DAZN. Wir verraten, was der Newcomer bietet, was er plant, was er kostet, wie er zu empfangen ist – und wie man den Namen ausspricht.

Das ist DAZN: Der Sender gehört zum britischen Medienkonzern Perform Group, der vom russischen Milliardär Leonard Blavatnik finanziert wird. DAZN, so Senderchef James Rushton, will „eine Art Netflix des Sports“ sein – mit mehreren Übertragungen, die parallel in der App laufen, und zwischen denen die Abonnenten umschalten können. In Deutschland sendet DAZN seit August 2016. Und wer dort einschaltet, lernt schnell, wie sich der mysteriöse Name ausspricht – nicht DASSN oder DÄSSN, sondern ganz cool auf Englisch „The Zone“. Der Begriff („In der Zone“) steht für den Tunnelblick eines Sportlers.

Das wird den Zuschauern geboten: Der Sender überträgt jede Menge Fußball, darunter die englische Premier League sowie die Top-Ligen aus Spanien, Italien und Frankreich. Auch aus der Bundesliga zeigt DAZN seit Beginn der neuen Saison die Höhepunkte der Spiele – zum Abruf ab 40 Minuten nach Schlusspfiff, quasi als Internet-Sportschau. Dazu kommt viel US-Sport, von Basketball (NBA) über Football (NFL) bis hin zu Eishockey (NHL). Eine Auswahl, wie sie ein klassischer Fernsehsender gar nicht finanzieren kann.

Das ist geplant: Ab der kommenden Saison zeigt DAZN gemeinsam mit Sky die UEFA Champions League, die dann aus dem frei empfangbaren Fernsehen verschwindet. DAZN hat sich für rund 200 Millionen Euro ein Dreijahres-Paket mit 104 Spielen pro Saison gesichert. Nach aktuellem Stand laufen die Hinspiele der Achtel- und Viertelfinals als Einzelspiele nur bei DAZN, Sky behält die Konferenzen. Auch bei der Formel 1 ist der Sender im Gespräch.

Das kostet der Streamingdienst: Das Monatsabo (Anmeldung unter dazn.de) kostet 9,99 Euro, und lässt sich auch monatlich kündigen. Trotz des wachsenden Angebots will der Sender langfristig an diesem Preis festhalten.

– So ist DAZN zu empfangen: Hierfür ist ein internetfähiges Gerät erforderlich. Auf vielen „smarten“ Fernsehern von Samsung, Sony, Philips oder Panasonic sowie auf PlayStation 4 und Xbox One läuft DAZN als App. Es gibt auch Apps für iPhone, iPad und Android. Auf PC oder Mac ist DAZN im Browser zu sehen. Mit Zubehör wie Google Chromecast (ab 39 Euro), Amazon Fire TV (ab 40 Euro) und Apple TV (ab 179 Euro) laufen die Übertragungen auf jedem Flachbildfernseher in HD. Voraussetzung ist ein einigermaßen flotter Internetanschluss ab 16 Megabit pro Sekunde (DSL 16.000).

Artikel 3 von 4