Johannes B. Kerner zur letzten Folge von „Wir lieben Fernsehen!“

Gummibärchen in Farbe

von Redaktion

Am Samstag darf Gottschalk noch einmal „Wetten, dass…?“ aufleben lassen – Kerner: „Kein Comeback der Show!“

Moment mal, jetzt also doch? Thomas Gottschalk lädt wieder auf die Couch bei „Wetten, dass…?“ Das könnte man meinen, wenn man an diesem Samstag um 20.15 Uhr das ZDF einschaltet. Denn dann darf der große Herbstblonde tatsächlich noch mal in seine Paraderolle als Moderator der beliebten Familiensendung schlüpfen. Eine einmalige Ausnahme, wie sein Kollege Johannes B. Kerner im Interview verrät. Der ist nämlich der eigentliche Moderator. Es handelt sich um die letzte Folge der vierteiligen Reihe „Wir lieben Fernsehen!“, in der er und Steven Gätjen auf Meilensteine der Geschichte des Farbfernsehens zurückblicken. Klar, dass „Wetten, dass…?“ da nicht fehlen darf.

-Zum Abschluss Ihrer Reihe darf Thomas Gottschalk für ein paar Minuten „Wetten, dass…?“ aufleben lassen. Ist das der Testballon für ein Comeback der Kultshow?

Nein, es ist nur ein Teil unserer Show, denn bei den größten Fernsehmomenten gehört „Wetten, dass…?“ einfach dazu. Ich habe früher selbst vor dem Fernseher gesessen und gewartet, dass endlich die Eurovisionshymne ertönt. Thomas hat bei uns in der Sendung übrigens sehr viel Spaß gehabt. Ich meinte zu ihm: Hier hast Du für zehn Minuten Deine Show zurück, darauf er: „Dann überziehe ich und mache mal gepflegt 30 Minuten daraus.“ Die Verantwortlichen des ZDF haben aber eine klare Entscheidung getroffen und „Wetten, dass…?“ zu den Akten gelegt. Mit einer Ausnahme – für uns.

-Das Mini-Comeback hat einen großen Wirbel ausgelöst. Überrascht?

Nein, wenn man in der Branche arbeitet, weiß man, dass „Wetten, dass…?“ ein magischer Begriff ist, weil viele Leute damit Kindheitserinnerungen verbinden. Dass die Sendung später nicht mehr das glänzende Licht war wie in ihrer Blütezeit, wird gern verdrängt.

-Sie feiern mit Ihrer Reihe das Farbfernsehen, das seit 50 Jahren auf dem Markt ist. Welche Rolle spielt bei Unterhaltungsshows die Farbe?

Eine große Rolle. Es gibt Fachleute, die sich über die Wirkung der Farben Gedanken machen. Rottöne werden als warm empfunden, als heimelig – wenn das Rot nicht zu knallig ist. In Shows strebt man diese gewisse Heimeligkeit und Wärme immer an. Blautöne werden dagegen eher als kühl empfunden und mit Sport oder Nachrichten assoziiert. Ich selber gehöre da aber nicht zu den Experten – ich achte im Studio mehr aufs Rotlicht. (Lacht.)

-Aber als Moderator wissen Sie bestimmt, welche Farben Ihnen gut stehen?

Ehrlich gesagt nein. Ich definiere mich überhaupt nicht über mein Äußeres. Das, was ich sage, ist mir wichtiger als die Frage, wie ich aussehe. Allerdings hat die Einführung der HD-Technik eine Sache geändert: Ich rasiere mich häufiger mal vor der Sendung. Früher ging es bei mir auch, wenn ich mich einen Tag lang nicht rasiert hatte, aber jetzt sieht man noch die kleinsten Bartstoppeln, darauf muss man sich einstellen.

-Bei welchen Sendungen machen Sie den Fernseher aus?

Ich bin nicht so ein Krimifan. Mein Leben ist spannend genug, ich brauche keine zusätzliche Aufregung.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski.

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