Was ist das für ein komisches Ding, das da aus dem Karton quillt? „Eine Schlange!“, ruft die zwölfjährige Sienna Amelie. Nicht ganz. Es ist ein „Flowbee“. Ein „Flowbee“? Ja, ein Relikt der Achtzigerjahre. Ein Haarschneidegerät, das die abgeschnittenen Haare gleich einsaugt. Das Produkt dürfte sich nicht lange auf dem Markt gehalten haben – bei RTL kommt es gut 30 Jahre später noch einmal zum Vorschein. In der neuen Show „Comeback oder weg?“, die an diesem Sonntag um 19.05 Uhr startet, sollen Kinder von Prominenten beurteilen, ob sie Gegenstände, die einst in die Welt ihrer Eltern gehörten, heute noch als praktisch empfinden. Vier Folgen sind vorerst geplant.
Der „Flowbee“ wirft mehr Fragen auf, als er Lösungen für die Frisur bringt. Nur für Verona Pooths 13-jährigen Sohn San Diego ist der Fall sofort klar: „Damit werden Schafe geschoren.“ Gar nicht so schlecht vermutet, denn „dieses Haarschneidegerät eignet sich auch sehr gut für Haustiere wie Hunde und Katzen mit langem Fellhaar“, lautete die Eigenwerbung des Herstellers.
Erstaunlicherweise ist allen Kindern die Jugendzeitschrift „Bravo“ ein Begriff – aber nicht mehr der sogenannte Starschnitt. Wer sich ein lebensgroßes Poster seines Lieblingsstars ins Zimmer hängen wollte, musste mehrere Ausgaben hintereinander kaufen, um aus den Einzelteilen das große Ganze zusammenzufügen. Patrick Bachs Tochter Sienna Amelie staunt, als sie aus alten „Bravo“-Heften von 1988 ihren Vater zusammenpuzzelt, beschwert sich aber: „Da muss ich 20 Stück kaufen, um ein großes Poster aufzuhängen?“ „Und pro Stück zwei Mark zahlen“, ergänzt ihr Vater – „das war eine Menge Geld, das man für mich ausgeben musste!“ Spaßmacher Hugo Egon Balder erklärt seinen Kindern Saliha (16) und Canel (15), er habe einen Starschnitt von Rex Gildo in seinem Zimmer gehabt. „Wer ist das?“, fragt Canel. „Kennst Du nicht“, erspart sich Balder lange Erklärungen.
In der Zeitreise durch die verrückten Siebziger-, die fetzigen Achtziger- und die schrillen Neunzigerjahre beschwört RTL beim Publikum nostalgische Gefühle herauf. Camcorder, Gleitschuhe, Röhrenfernseher – wer von den Älteren hatte früher nicht das eine oder andere Utensil in Gebrauch? Gleichzeitig gibt der Sender prominenten Zeitgenossen Gelegenheit, die nächste Generation ins Rampenlicht zu rücken. Besonders Pooths Sohnemann fällt auf – er hat dasselbe Mundwerk, das seine Mutter so bekannt gemacht hat. „Es ist spannend zu wissen, wie meine Mutter früher gelebt hat, denn sie ist ein bisschen verrückter als normale Mütter“, tönt der Junior in die Kamera.