So eine Investition gibt’s in der „Höhle der Löwen“ selten: Am Dienstag überzeugten die Münchner Fabian König (36) und Jan Göktekin (39) von „Pumperlgsund“ Investor Frank Thelen, sie mit 500 000 Euro zu unterstützen. Ihr Produkt „Good Eggwhites“ ist reines, pasteurisiertes Eiklar. Es eignet sich zum Backen, Kochen, Shaken und hilft bei der Gewichts- und Fettreduktion. Wir sprachen mit Göktekin am Tag nach der Vox-Show.
-Gratulation! Was ist mehr wert – die 500 000 Euro oder die mediale Aufmerksamkeit, die Sie durch die Show erhalten?
Beides freut uns sehr. Und dann haben wir ja auch noch das Team um Frank Thelen als Unterstützung gewonnen, was wirklich Tag und Nacht für seine Start-ups kämpft. Man hat eine Standleitung zum Team und zu Frank, Fragen werden sofort beantwortet und es wird geholfen, wo es nur geht.
-Was für Fragen?
Beispielsweise, wie man in den Einzelhandel kommt; oder bezüglich des Auftretens in den Sozialen Netzwerken, überhaupt Fragen in Sachen Marketing oder Vertrieb. Man kann ihnen sogar Dinge rüberschicken und sagen: Wir gehen gerade ein vor Arbeit, könntet ihr uns hier kurz helfen? Dann tun die das.
-Wie praktisch! Wie die Heinzelmännchen.
Ja, total! Ich betone das so, weil das im Fernsehen gar nicht rüberkommt. Es ist wirklich eine Familie, in die wir aufgenommen wurden. Diesen Netzwerk-Gedanken hatten wir vorher unterschätzt. Das macht richtig Spaß.
-Es kam von den Löwen Kritik zum Namen „Pumperlgsund“. Den werden Sie aber nicht ändern?
Nein! (Lacht.) Wir haben uns bewusst für den Namen entschieden. Es gibt so viele Lebensmittelanbieter, die sagen „Wir sind 100 Prozent natürlich“ – aber wenn man etwas tiefer gräbt, findet man doch wieder Zusatzstoffe oder es ist doch nicht nachhaltig produziert. Da haben wir uns gesagt: Das ist so abgedroschen, wir brauchen ein Wort, mit dem wir uns von den anderen absetzen. Dieses „Pumperl“ steht für das pumpende Herz, „pumperlgsund“ heißt also kerngesund, vom Herzen aus. Das ist auch die Marken-Vision, wir wollen halt wirklich gesunde Lebensmittel auf den deutschen Markt bringen.
-Wie kamen Sie dazu?
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde es schwer, im Supermarkt gesunde Nahrungsmittel zu finden. Eiweiß ist der Powerstoff überhaupt. Man kann damit abnehmen, man kann damit Muskeln aufbauen, für Senioren ist es gut, weil es die Muskeln erhält, es stärkt das Immunsystem. Doch wir essen zu wenig davon und nehmen diese positiven Eigenschaften nicht mit. Jeden Tag Fisch und Fleisch essen wäre allerdings auch nicht nachhaltig – und so haben wir geschaut, wie man das geschickt umgehen kann.
-Sie verwenden Bio-Eier, nicht aus Massenhaltung. Können Sie das noch, wenn die Firma wächst?
Da stoßen wir gerade tatsächlich erstmals an unsere Grenzen. Das Schöne ist aber: Wenn die Nachfrage da ist, hat man eine gute Chance, dass auch das Angebot steigt. Wir sehen uns schon so ein bisschen als, nun ja, Weltverbesserer ist vielleicht etwas übertrieben, aber es ist unser Anliegen, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass es mehr gute Eierproduzenten gibt.
Das Gespräch führte Katja Kraft.