Ein toter Callboy an der Isar

von Redaktion

Im neuen „München Mord“-Fall des ZDF spielt ein Holzhäuschen an der Wittelsbacherbrücke eine wichtige Rolle

von dieter paul adler

Jetzt ist er da, der Film zum Kiosk: Der sechste Fall der Krimireihe „München Mord“ läuft an diesem Samstag um 20.15 Uhr im ZDF. „Auf der Straße, nachts, allein“ führt das schräge Ermittler-Trio in das Herz der Großstadt.

Die Leiche eines jungen, gut aussehenden Mannes wird an der Isar gefunden. Kommissarin Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), ihr Chef Ludwig Schaller (Alexander Held) und ihr Kollege Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) müssen erst einmal die Identität des Toten klären, bevor sie sich auf die Suche nach dem Täter machen können. Der junge Mann entpuppt sich als Callboy, und der Besitzer eines Kiosks in der Nähe des Tatorts gerät ins Visier der Ermittler. Er kannte den Toten, stellt sich aber als besonders stur heraus.

Für den Krimi wurde im Sommer 2016 eigens ein Kiosk errichtet, der für einige Verwirrung bei den Münchnern sorgte. Der Aufbau begann um den 20. August und erregte viel Aufmerksamkeit. Auch unsere Zeitung berichtete über die scheinbare Neuigkeit an der Wittelsbacherbrücke und seine Funktion als Filmkulisse. Kein Wunder, denn zu der Zeit herrschte in München bestes Bade- und Kioskwetter. Doch Gerüchte, das Holzhäuschen könnte bleiben, wurden vonseiten der Stadt schnell dementiert. Rund um die Kulissen wurde die ganze Woche gedreht und sie wurden anschließend wieder zügig abgebaut. Entworfen und errichtet worden war der Kiosk von Szenenbildner Michael Köning und seinem Team. Köning hatte dafür Teile seiner eigenen Gartenhütte abmontiert und an der Isar wieder aufgestellt.

Das Buch zum Film stammt aus der Feder von Münchens mehrfach preisgekröntem Krimi-Autor Friedrich Ani („Tabor Süden“) in Zusammenarbeit mit der Autorin und Journalistin Ina Jung. Friedrich Anis besonderes Verhältnis zur Metropole München sorgt immer wieder für Gesprächsstoff, haucht er doch seinen Figuren gerade durch ihre Münchner Wurzeln Leben ein. Wie verloren sind seine Protagonisten als Großstädter, wie getrieben in dem Millionendorf? „Einen Film für ,München Mord‘ zu schreiben bedeutete für Ina Jung und mich das Eintauchen in die aufregenden Winkel der Stadt und die Begegnung mit Menschen, die sich nach nichts anderem sehnen als nach einer Umarmung in der Nacht“, erzählt der Schriftsteller.

Die Ermittlungen werden diesmal durch Kommissar Neuhausers neue Beziehung zusätzlich erschwert. Er scheint von dieser Frau, gespielt von Judith Rosmair, geradezu besessen zu sein. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass seine Freundin in den Mordfall involviert ist. „Harald Neuhauser ist diesmal mit einer Situation konfrontiert, wie er sie in dieser Intensität noch nie erlebt hat. Natürlich ausgelöst durch eine Frau“, sagt Marcus Mittermeier über seine Rolle. „An dem, was ihm da passiert, kann man nachvollziehen, dass Männer das schwächere Geschlecht sind. Er ist ein echt Getriebener seiner eigenen Begierde und seines Verlangens.“

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