Da ist er wieder: der gute alte Sonntagabendkrimi mit einer Geschichte vom Reißbrett. Gemordet wird diesmal in der ALVA-Versicherung in Dresden, die ihre Mitglieder gern um ihre Leistungen prellt. „Die Zeit ist unser bester Mitarbeiter“, erklärt der schmierige Firmenchef die Hinhaltetaktik und kassiert dafür gleich einen tödlichen Schuss. Ein Toter, ein Täter, Ermittlungen, finale Verhaftung – was will man mehr? Was auf den ersten Blick recht konventionell aussieht, ist auch ziemlich konventionell. Ein „Tatort“, der nur deshalb nicht in der Belanglosigkeit versinkt, weil Autor Ralf Husmann („Stromberg“) seine ganze Energie in die knackigen Dialoge und das feine Zusammenspiel der Ermittler gesteckt hat. Einmal mehr dürfen sich die Kommissarinnen Sieland (Alwara Höfels) und Gorniak (Karin Hanczewski) an ihrem Vorgesetzten Schnabel (großartig: Martin Brambach) aufarbeiten. Der gibt sich wieder einmal politisch völlig unkorrekt und verbündet sich mit dem Hauptverdächtigen (Arnd Klawitter). Fazit: „Auge um Auge“ ist ein Krimi für Puristen, die einen Mordsspaß an gelungener Situationskomik haben. Astrid Kistner