Krimis

Tod auf dem Straßenstrich

von Redaktion

Christina Hecke ermittelt als Kommissarin Judith Mohn erstmals in der neuen ZDF-Produktion „In Wahrheit“

Von Ute Wessels

In einem Wald an der berühmten Saarschleife bei Mettlach liegt die Leiche einer Prostituierten. Die junge Frau ist offenbar Opfer eines Verbrechens geworden. Die Kripo aus Saarlouis übernimmt. Kommissarin Judith Mohn fühlt sich an einen ungelösten Fall erinnert, der schon fast zehn Jahre zurück liegt. Gibt es einen Zusammenhang? Das ZDF zeigt den Krimi mit dem etwas sperrigen Titel „In Wahrheit – Mord am Engelsgraben“ am morgigen Samstag um 20.15 Uhr. Spannende Fernsehunterhaltung mit einer überraschenden Wendung.

Das kleine Saarland an der Grenze zu Frankreich dient im deutschen Fernsehen eher selten als Krimilandschaft – mal abgesehen vom Saarbrücker „Tatort“ im Ersten. Regisseur Miguel Alexandre lässt mit Christina Hecke als Judith Mohn und Robin Sondermann als Freddy Breyer zwei Schauspieler ermitteln, die ebenfalls eine willkommene Abwechslung darstellen zu den oft allzu bekannten Gesichtern im Fernsehen.

Die Ermittler nehmen das Milieu entlang der Fernfahrerroute zwischen Deutschland und Frankreich ins Visier. Immer wieder machen Lastwagenfahrer Halt am Straßenstrich. Und einst verschwand hier die Schülerin Maria beim Trampen spurlos. Deren persönliche Sachen fanden sich außerdem genau dort, wo auch die Habseligkeiten der Prostituierten Nele auftauchen. Eine Freundin von Nele berichtet von einem Freier, der von Nele keinen Sex wollte, sondern sie lediglich fürs Zuhören bezahlte.

Um einen möglichen Zusammenhang zwischen den Fällen zu klären, sucht Judith Mohn Rat bei dem ehemaligen Kommissar Markus Zerner (Rudolf Kowalski). Der ist zunächst gar nicht begeistert, als die engagierte Ermittlerin bei ihm im Garten steht und Fragen stellt. Einer der Fernfahrer ist Erich Kupka (Christian Berkel). Kannte er Nele und Maria? Kupkas Frau Heike (Anna Loos) taucht bei der Polizei auf, weil sie Angst hat, er könnte mit der Sache etwas zu tun haben. Das Duo Loos und Berkel gibt überzeugend ein Ehepaar, das sich nicht mehr viel zu sagen hat und nebeneinanderher lebt – sofern der Mann überhaupt zuhause ist. „Warum sind Sie denn so nervös?“, fragt Mohn die Frau. Die entgegnet gereizt: „Ich bin nicht nervös!“ – aber glaubhaft ist das nicht.

Dann taucht bei der Polizei ein Brief auf, mit dem sich ein weiterer Mann in den Fokus der Ermittler drängt. „Wahrscheinlich irgendein Spinner“, vermutet Mohn. Als sie und Freddy Breyer bei dem offenbar psychisch auffälligen Man vorbeischauen, tickt der plötzlich aus. Mohn, Breyer und Zerner dürfen angesichts der offenbar miteinander verwobenen Fälle den Überblick nicht verlieren. Und am Schluss müssen sie sich fragen, ob „In Wahrheit“ nicht alles ganz anders ist.

„Beste Krimispannung vor beeindruckender und unverbrauchter Kulisse“ verspricht der Mainzer Sender. Das Duo Christina Hecke und Robin Sondermann soll – im Erfolgsfall – das Personal des traditionell quotenstarken Samstagskrimis erweitern und verjüngen. Demnächst quittieren da ja Hannelore Hoger alias Bella Block und, etwas später, auch Senta Berger („Unter Verdacht“) den Dienst. Günther van Endert, Koordinator des Samstagskrimis, verweist auf die Besonderheit von „In Wahrheit“. Die darin erzählten Fälle beruhten auf wahren Begebenheiten: „Denn die schockierendsten Verbrechen und die größten Dramen dahinter schreibt leider immer noch das Leben selbst.“

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