Bis zuletzt stand das Unternehmen Olympia auf der Kippe. Dann einigten sich ARD und ZDF mit dem Mediengiganten Discovery doch noch auf die Übertragungsrechte für die kommenden Winterspiele. Nun stellten die öffentlichen-rechtlichen Sender ihre Pläne für Pyeongchang vor. Geplant sind rund 230 Stunden Live-Berichterstattung von den Olympischen Winterspielen (9. bis 25. Februar) in der südkoreanischen Stadt.
Nach den langen Verhandlungen um die Übertragungsrechte mit dem amerikanischen Medienkonzern Discovery sei es gelungen, in relativ kurzer Zeit die Berichterstattung auf die Beine zu stellen, sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey am Dienstag. Die Zusammenarbeit von ARD und ZDF werde so stark sein wie nie zuvor bei einem Großereignis, sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres. Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender übertragen im täglichen Wechsel.
Die Übertragungen ab 1 Uhr nachts bis in den späten Nachmittag sollen nicht allein aus Pyeongchang kommen. Aus Kostengründen und angesichts des knappen Vorlaufs richten die Sender beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) in Leipzig ein Sendezentrum ein. Von dort aus sollen die Sendungen eingespielt und auch gestreamt werden. Das Erste überträgt die Eröffnungsfeier am 9. Februar, das ZDF ist für die Abschlussveranstaltung am 25. Februar zuständig.
Zum Programm gehören auch Zusammenfassungen sowie Hintergrund- und Rahmenberichterstattung. Drei Sportarten – Snowboard, Shorttrack und der populäre Eiskunstlauf – werden live nur beim zu Discovery gehörenden Sender Eurosport zu sehen sein. Beim Eishockey zeigen die Öffentlich-Rechtlichen lediglich die deutschen Begegnungen sowie das Finale live.
Die ARD setzt als Experten unter anderen auf die Olympiasiegerinnen Katarina Witt (Eiskunstlauf), Kati Wilhelm (Biathlon) und Maria Höfl-Riesch (Ski alpin). Für das ZDF arbeiten Toni Innauer (Skispringen), Sven Fischer (Biathlon) und Marco Büchel (Ski alpin). Insgesamt sind 350 Mitarbeiter für beide Sender unterwegs, etwa ein Drittel weniger als bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor einem Jahr.
Erstmals müssen sich ARD und ZDF die Olympiaberichterstattung mit einem Privatsender teilen. Auch Eurosport sendet aus Südkorea live. ARD und ZDF hatten sich mit Discovery auf eine sogenannte Sublizenzierung geeinigt. Das Medienunternehmen auf den USA hatte sich zuvor die europäischen Fernsehrechte für die vier Olympischen Spiele bis 2024 für 1,3 Milliarden Euro gesichert. Zunächst waren die Verhandlungen zwischen Discovery sowie ARD und ZDF gescheitert, ehe es im August doch noch zu einer Einigung kam. Beide Sender sicherten sich darüber hinaus Sublizenzen für die Olympischen Spiele bis einschließlich die von Paris im Jahr 2024.
Über die Ziele bei den Einschaltquoten wollten die Verantwortlichen keine detaillierten Angaben machen. „Wir wissen, dass Olympische Spiele immer ein Burner sind. Wir erwarten Spitzenwerte“, äußerte sich Herres zuversichtlich.