Auf zu neuen „coolen Filmprojekten“

von Redaktion

Die ARD zeigt den letzten Fall des Ludwigshafener „Tatort“-Ermittlers Kopper – Darsteller Andreas Hoppe fällt der Abschied schwer

Von Jasper Rothfels

So derangiert hat man „Tatort“-Kommissar Mario Kopper alias Andreas Hoppe selten gesehen. Vom Gegner mit einem Revolver k.o. geschlagen, mit Benzin übergossen und mit einer Handschelle an ein Ofenrohr gekettet: So erlebt man den Kollegen der Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) an diesem Sonntag im Ludwigshafener „Tatort“ im Ersten um 20.15 Uhr. Kopper-Fans sollten einschalten – denn dies ist der letzte Fall mit dem hochgewachsenen Ermittler. Nach 57 Folgen ist für ihn Schluss, Odenthal macht mit Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) nun allein weiter. „Tatort: Kopper“ heißt der Film von Regisseur Roland Suso Richter. Die Zuschauer erwartet ein Krimi, der sich um die Macht der Mafia, illegale Müllexporte und Mario Kopper dreht.

Wenn man Hoppe auf den Abschied anspricht, klingt Wehmut und ein Hauch von Bitterkeit mit. Natürlich sei ihm der Ausstieg nach so langer Zeit schwergefallen. Aber das „Ciao-Sagen“ habe sich schon über mehrere Jahre hingezogen, weil die Figur vom Südwestrundfunk (SWR) nicht mehr gewollt oder gefördert worden sei. „Der Schmerz findet da schon statt“, sagt er. „Ich mochte die Figur sehr, deshalb habe ich sehr darum gekämpft und versucht, sie zu verteidigen und zu schützen.“ Mit „tollen Ideen“ habe er die Redaktion füttern wollen, aber „das wollten die alles nicht“.

Deshalb sei es gut, dass die gemeinsame Entscheidung für das Aus gefallen sei, „denn das tut einfach weh. Man merkt draußen, die Leute wollen einen gerne sehen, die mögen diese Figur tierisch gerne, die ist tierisch beliebt, und das ist scheinbar bei diesem Sender nicht angekommen“. Irgendwann müsse dann eine Entscheidung her, „denn sonst ist man einfach auch traurig“. Der „Tatort“ sei für ihn etwas Besonderes gewesen, „ein Ritterschlag“, den er sehr ernst genommen habe. Er habe sich dafür eingesetzt, dass Kopper nicht nur der in Mamas Küche mampfende Bulle gewesen sei, sondern ermittelt habe. Dann könne man sich nicht damit zufrieden geben, zweimal durchs Bild zu laufen und sein Geld zu kassieren. „So macht man doch diesen Beruf eigentlich nicht“, sagt Hoppe.

Kann er sich nochmal einen Auftritt im „Tatort“ vorstellen? Die Frage regt die Fantasie des temperamentvollen Mannes an. Vielleicht in einem neuen Format, vielleicht auf Sizilien, vielleicht ein Sizilien-„Tatort“, sagt er. „Kopper meldet sich zurück und ermittelt auf Sizilien. Ich fänd’ das ja toll.“ Auf jeden Fall hoffe er auf ein paar „coole Filmprojekte“ 2018 – „ich will der Schauspielerei nicht den Rücken drehen, im Gegenteil“.

Er habe große Lust, Formate mit aufzubauen oder zu erfinden, würde gern ein Theaterstück inszenieren, ein „richtiges Buch“ schreiben und dies mit Musik verbinden. Nach dem 2009 veröffentlichten „Allein unter Gurken“ über regionales Essen kam bereits im September das von Hoppe und Cettina Vicenzino verfasste „Sizilien-Kochbuch“ heraus. Er ist damit auf Lesereise und freut sich über die Resonanz. Außerdem gebe es Projekte, über die er noch nicht sprechen kann. Die Zeit seit Ende der „Tatort“-Dreharbeiten sei abwechselungsreich gewesen, nun sei er gespannt, wie es weitergehe.

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