Es gibt Filme, die ziehen einen in sich hinein wie in einen Traum. „Garden State“ aus dem Jahr 2003 zum Beispiel. Man verschwindet darin 105 Minuten wie Hauptdarsteller Zach Braff alias Andrew, wenn er im blumengemusterten Hemd vor blumengemusterter Tapete steht – wie versunken in einer anderen Welt. Servus TV zeigt den Film heute um 20.15 Uhr.
Wer bei dem inzwischen 42-jährigen Hauptdarsteller und Regisseur dieses großartigen Dramas an die Comedyserie „Scrubs – Die Anfänger“ denkt, durch die er bekannt wurde, mag vielleicht auf ähnlich schnelle, mitreißend komische Dialoge wie in der Krankenhaus-Sitcom hoffen. Doch Irrtum: Das hier ist melancholisches Kino ohne Krawall, dafür mit ganz viel Empathie für die handelnden Personen.
Sie alle sind Suchende. Nach Stärke, nach Schutz, nach einer Vision für das eigene Leben – und letztlich nach Liebe und Verständnis. Braff selbst hat das Drehbuch geschrieben – und sich dabei von seinem eigenen Leben als junger Schauspieler inspirieren lassen, der vergeblich nach Aufträgen suchte.
Braffs Debüt lebt von den hervorragenden Darstellern, doch auch – wie in allen Werken, an denen er beteiligt ist – von dem einnehmenden Soundtrack. Zu Songs von Coldplay bis The Shins nähern sich Samantha (Natalie Portman), ein an Epilepsie leidendes Mädchen, und Andrew, dessen durch einen von ihm provozierten Unfall querschnittsgelähmte Mutter gestorben ist, an. Eine Coming-of-Age-Geschichte, die einen berührt, wie es Träume können.