So viel olympisches Fernsehen gab es noch nie. Mit der Eröffnung der Winterspiele am Freitag in Pyeongchang beginnt ein neues Fernsehzeitalter. Erstmals ist Eurosport zentraler Olympiasender. Und erstmals ist jede einzelne olympische Minute, jeder Wettbewerb, live in Deutschland zu sehen. Wir sagen, wann, wo und wie die Winterspiele zu sehen sind.
Die Sendezeiten
Obwohl Südkorea unserer Zeit um acht Stunden voraus ist, haben nicht nur Nachtschwärmer ihren Spaß an Olympia. Viele Freiluftbewerbe beginnen zwar ab 2 Uhr deutscher Zeit, und dieses Nachtprogramm läuft dann meist bis etwa 9 Uhr früh. Der Abfahrtslauf mit Thomas Dreßen startet beispielsweise am kommenden Sonntag um 3 Uhr nachts. Aber viele Sportarten unter Flutlicht oder in der Halle sind zur besten deutschen Wintersportsendezeit gegen Mittag live zu sehen. Dazu gehört das komplette Programm im Biathlon und im Skispringen. Zur Einstimmung gibt es gleich am ersten Samstag 10. Februar um 12.15 Uhr den Biathlonsprint der Frauen, und anschließend um 13.35 Uhr das Skispringen der Männer von der kleinen Schanze.
Olympia bei ARD und ZDF
Die Einigung mit Rechteinhaber Eurosport und dessen Mutterkonzern Discovery kam erst vergangenen August. Bis dahin hatte es so ausgesehen, als könnten ARD und ZDF von 2018 bis 2024 praktisch gar nicht von Olympia berichten. Angeblich haben die Öffentlich-Rechtlichen nun insgesamt 220 Millionen Euro für die Zweitrechte an den vier Spielen bezahlt. Viel Zeit für die Vorbereitung war nicht, das Erste spricht von einem „olympischen Sprint“. Trotzdem sind fast alle Entscheidungen – außer Snowboard, Shorttrack und Eiskunstlauf – live bei ARD und ZDF zu sehen, die sich täglich abwechseln. Die Übertragungen laufen von etwa 1 Uhr nachts bis 17 Uhr. Dazu kommen drei weitere Live-Streams auf sportschau.de und zdfsport.de.
Olympia bei Eurosport (Free TV):
Stolze 1,3 Milliarden Euro zahlt Eurosport für die Rechte von 2018 bis 2024 ans IOC. Dafür darf sich der Sender „Home of the Olympics“ nennen, und mit einem nie da gewesenen Aufwand übertragen. Im frei empfangbaren Kanal Eurosport 1 läuft rund um die Uhr Olympia, maßgeschneidert für die deutschen Wintersportfans. Neben den Live-Übertragungen mit Moderatorin Birgit Nössing (Ex-Sky) gibt es mehrere weitere Formate. Täglich ab 15.30 Uhr läuft „Team D“ aus dem Deutschen Haus in Pyeongchang, wo Ex-Turner Fabian Hambüchen sein Debüt als Reporter gibt, und viele Medaillengewinner begrüßen will. Von 16.30 Uhr bis 20.15 Uhr zeigt Eurosport Zusammenfassungen. Und jeden Abend ab 20.15 Uhr ist aus München die Olympiashow „Zwanzig 18“ zu sehen. Sie bietet Sport, Talk, Musik und Comedy, moderiert von Marco Schreyl (Ex-„DSDS“) und Julia Kleine (Ex-Skirennläuferin). Eurosport 1 ist während Olympia wie gewohnt kostenlos zu empfangen. Zudem schaltet Eurosport sein Programm in HD während der Spiele auch ohne Abo per Antenne über DVB-T2 und im Telekom-Fernsehen Entertain frei. Wer Eurosport 1 HD dort ab Freitag nicht in seiner Senderliste findet, sollte den Suchlauf starten. Das gilt auch für den kostenlosen Frauenkanal TLC, auf dem Eurosport unter anderem Eiskunstlauf überträgt.
Olympia bei Eurosport (Pay-TV):
Auch im Bezahlkanal Eurosport 2 läuft Olympia. Hier ist das Eishockeyturnier größtenteils exklusiv zu sehen. Der Eurosport Player ist die App für beinharte Fans, die dort bis zu 18 Live-Streams parallel sowie Zusammenfassungen sehen können. Abstürze und Pannen wie zu Beginn der Bundesligasaison soll es dort nicht mehr geben. „Wir haben sehr viel gelernt aus der Bundesliga“, verspricht Discovery-Geschäftsführerin Susanne Aigner-Drews. Das Jahresabo kostet 49,99 Euro. Wer nur Olympia sehen will, kann das Monatsabo von 6,99 Euro nach den Spielen wieder kündigen. Der Eurosport Player läuft auf Smartphones und Tablets sowie auf dem PC im Browser. Mit Google Chromecast (ab 39 Euro) oder Apple TV (ab 199 Euro) lassen sich die Bilder auf den Fernseher streamen.