Seinem ehrgeizigen Vorhaben, die Weltherrschaft an sich zu reißen, ist Bastian Pastewka in den vergangenen Wochen einen Schritt näher gekommen. „Ich wollte, dass alle meine tolle Serie sehen“, sagte der Comedian im Interview mit unserer Zeitung. Und tatsächlich – das nach ihm benannte Spaßformat, das bei Sat.1 zuletzt nur noch 1,4 Millionen Zuschauer erreichte, hat sich auf der Video-on-Demand-Plattform Amazon Prime zum Streaming-Hit gemausert.
Es ist die Wiedergeburt einer deutschen Comedyserie, die nach neun Jahren im – frei empfangbaren – deutschen Fernsehen schwächelte. Seit dem 26. Januar sind alle zehn Folgen von „Pastewka“ online abrufbar. Und allein in der ersten Woche verzeichnete die Serie 1,3 Millionen sogenannter Bruttokontakte. Damit wird die Anzahl von Zuschauern erfasst, die sich über alle Episoden einer Serie summiert.
Ein beachtlicher Erfolg für den Versandhausriesen Amazon, der umgehend die Produktion einer weiteren Staffel angekündigt hat. „Wir stehen bei einem Anbieter, der viele Serienfans anspricht“, erklärt Pastewka die Vorteile seines Wechsels. „Außerdem kann keiner mehr sagen: ,Ich hab’s verpasst.‘“ Die neue Heimat der Serie räumt auch ihrer Produktionsfirma Brainpool größere Freiheiten ein. Die Folgen müssen nicht mehr genau 22 Minuten lang sein (sie variieren zwischen 25 und 51 Minuten). Darüber hinaus sind sie nicht mehr auf den wöchentlichen Konsum abgestimmt, sondern erstrecken sich in ihrer Erzählweise zum Teil über mehrere Episoden. „Es empfiehlt sich, in der richtigen Reihenfolge zu schauen“, sagt Bastian Pastewka, „nicht weil’s am Ende ein langer Film ist, sondern eine Geschichte, in der Gags weitergesponnen werden.“
Comedy, das hat die Forschungsgruppe Goldmedia herausgefunden, ist nach dem Drama das zweitwichtigste Genre bei Video-on-Demand-Anbietern. Krimis landen auf Platz drei in der Hitliste der Deutschen (siehe Tabelle). Regelmäßig erfasst Goldmedia die Nutzung von kostenpflichtigen Streamingdiensten und befragt dabei rollierend 60 000 Menschen pro Jahr, was sie am Vortag geschaut haben. Amazon, Netflix und die anderen Anbieter veröffentlichen keine Nutzerdaten – die sind ein gut gehütetes Geheimnis der Video-on-Demand-Anbieter, die immer auf der Suche nach neuen Trends sind.