Im Rausch des Erfolgs

von Redaktion

Christian Schwochows glänzend gemachter Sechsteiler „Bad Banks“ über den Sog des schnellen Geldes

Von Astrid Kistner

Deutschland kann Serien! „Bad Banks“, das morgen zunächst auf Arte und am Samstag im ZDF startet, ist der Beweis. Regisseur Christian Schwochow erzählt in sechs Teilen eine fiebrige Ballade, die ihre Zuschauer mühelos in die manische Welt des Investmentbankings reißt. Selten hat man eine deutsche Serie gesehen, die sich so souverän mit internationalen Produktionen messen kann.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jana Liekam (Paula Beer), eine junge, hochtalentierte Bankerin, die den kapitalen Fehler macht, besser als ihr Chef zu sein. Ihr Eifer kostet sie ihren Job, doch dank der ehrgeizigen Grande Dame der Finanzwelt, Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch), landet sie übergangslos bei der Global Invest in Frankfurt. Hier regiert der charismatische Gabriel Fenger (Barry Atsma) ein Team aus erfolgshungrigen Bankern, die er zu immer neuen Höchstleistungen treibt. Auch Jana gibt sich dem Rausch der Arbeit und des schnellen Lebens hin, bis das System bedrohliche Risse bekommt.

Regisseur Christian Schwochow („Bornholmer Straße“, „Die Täter – Heute ist nicht alle Tage“) verfilmte ein exzellent recherchiertes Buch von Oliver Kienle. Und achtete darauf, kein Banken-Bashing zu betreiben, sondern menschliche Abgründe zu inszenieren. „Alles andere wäre langweilig“, sagt der 39-Jährige. Paula Beer („Ludwig II.“, „Das finstere Tal“) ist ein Glücksgriff als gebrochene Serienheldin. Großartig aber auch Barry Atsma und Désirée Nosbusch.

Sendetermine:

Arte zeigt die ersten vier Folgen morgen ab 20.15 Uhr, Episode fünf und sechs folgen am Freitag (20.15 Uhr). Das ZDF strahlt Bad Banks in drei Doppelfolgen ab kommendem Samstag (21.45 Uhr) aus.

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