ARD

Film statt Ferien

von Redaktion

Die junge Tutzingerin Alina Abgarjan drehte „Zimmer mit Stall“ mit Stars wie Aglaia Szyszkowitz und Fritz von Thun

Von maren Knödl

Text zu lernen statt in der Sonne zu faulenzen, an der Rolle zu arbeiten statt im Meer zu schwimmen – wenn Alina Abgarjan an den Sommer vergangenen Jahres denkt, fühlt sie sich immer noch wie im Traum. Denn während ihre Klassenkameraden mit ihren Familien im Sommerurlaub waren, stand die Schülerin aus Tutzing (Landkreis Starnberg) mit Fernsehliebling Friedrich von Thun und Aglaia Szyszkowitz vor der Kamera. „Zimmer mit Stall – Ab in die Berge“ heißt die neunzigminütige Alpenkomödie, die heute um 20.15 Uhr im Ersten läuft – Millionen Zuschauer sind garantiert.

Im Juli 2017 schafft es die heute 18-Jährige beim Casting mit zwei anderen Jungschauspielerinnen in die zweite Runde. Anfang August kommt dann tatsächlich die Zusage für die Rolle der Leonie – per Telefon, als sie mit ihrer Familie gerade auf dem Weg in den Urlaub ist. „Das war unglaublich“, freut sich Alina bis heute. Die Ferien sind abgesagt, stattdessen heißt es Üben mit ihrer Lehrerin Katharina Schwarz von der gleichnamigen Starnberger Schauspielschule und mit einem speziellen Coach. Und dann musste sie auch noch lernen, einen Traktor zu steuern. „Bis dahin bin ich noch nicht mal Auto gefahren“, erzählt sie.

Um sich in die Rolle der Leonie hineinfühlen zu können, schreibt Alina außerdem Tagebuch – aus der Perspektive ihrer Filmfigur. Und sie geht mit ihren Filmeltern Aglaia Szyszkowitz und François Smésny ins Strandbad in Schliersee, um sich besser kennenzulernen. „Da hatten wir so viel Spaß, dass es leicht war, sich vorzustellen, wir seien eine Familie.“

Und dann: „Kamera? Läuft!“ Vier Wochen dauern die Dreharbeiten in Hausham (Landkreis Miesbach). Unter der Woche wohnt Alina in einem Hotel nahe des Hofes, auf dem gedreht wird. Am Wochenende fährt sie zurück nach Tutzing und schreibt an ihrer Facharbeit. Schließlich macht die 18-Jährige heuer ihr Abitur. „Das ist schon alles viel“, gibt die Schülerin zu. Aber irgendwie sei es das schon immer gewesen – Tanzen, Singen, Theater spielen, Schule und dann auch ab und zu mal Freunde treffen. „Aber es macht mir großen Spaß. Und wenn man seine Leidenschaft ausleben kann, ist es das auf jeden Fall wert.“

Mittlerweile habe sie eine gute Balance gefunden. „Ich habe auch nicht das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass ich beides geschafft habe“, sagt sie. Die Dreharbeiten mit Thun, Szyszkowitz und all den anderen hätten ihr sehr weitergeholfen und ihr viele Ängste genommen, sagt Alina. „Ich habe zwar im Schauspielunterricht schon gelernt, mit Kritik umzugehen, aber trotzdem kann einen das immer wieder verunsichern. Da ist es gut zu sehen, dass auch die Profis Unsicherheiten haben. Das hilft mir dann, Kritik nicht persönlich zu nehmen, sondern es besser zu machen.“

Und wie geht’s jetzt weiter? Nach dem Abitur will sie erst einmal „raus aus dem System und eigene Sachen machen“, sagt die 18-Jährige mit einem Schmunzeln. Mehr Musik machen, eigene Lieder schreiben, Tänze choreografieren – und weiter schauspielern. „Am liebsten würde ich zum Musical“, sagt sie. Denn da könne sie alle ihre Hobbys miteinander verbinden.

Schon mit vier Jahren hat Alina angefangen zu tanzen und zu singen. Seit der sechsten Klasse geht sie in die Theater-AG. „Ich habe immer schon meiner Familie vorgetanzt“, erzählt sie. „Später habe ich mir dann auch eigene Theaterstücke ausgedacht und zusammen mit einer Freundin vor der Familie oder Klasse vorgeführt.“ Den Ehrgeiz habe sie von ihrem Vater geerbt, erzählt Alina. Er habe sie immer wieder ermutigt dranzubleiben, wenn sie zwischendurch alles hinschmeißen wollte.

Zur Ausstrahlung heute Abend hat sie übrigens einige ihrer engsten Freunde nach Hause eingeladen. „Ich will da jetzt keine große Feier machen“, sagt die junge Schauspielerin. Aber ihre Freunde seien schon stolz. Einige haben den Tag der Ausstrahlung in ihre Kalender eingetragen. Und zwar mit dem Vermerk „Filmstar Alina“.

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