„Ich bin super vorbereitet“

von Redaktion

Der 20-jährige Michael Rauscher aus Augsburg steht an diesem Samstag im Finale von „DSDS“

Von Astrid Kistner

Der singende Fliesenleger aus Augsburg hat es geschafft. An diesem Samstag steht Michael Rauscher auf der großen Showbühne von RTL und kämpft darum, Deutschlands diesjährige Superstar zu werden. Seit Tagen singt er seine Finalsongs, probt die Choreografie und kämpft gegen die innere Anspannung. „Zur Ruhe komme ich nur, wenn ich singe“, sagt der 20-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. „Allein das Gefühl, dass ich super vorbereitet bin, entspannt mich.“

Seine letzte Fliese hat „Michi“, wie ihn seine Freunde nennen, vor ungefähr sechs Wochen verlegt. „Ein kleines bisschen vermisse ich meinen Job schon“, gesteht der smarte Handwerker, der zuletzt von Kunden immer wieder aufgefordert wurde, bei der Arbeit zu singen. „Aber natürlich ist mein größter Traum, mit der Musik weiterzumachen. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich künftig nur noch mein eigenes Bad oder das von Dieter Bohlen fliese.“

Sein Talent hat Michael Rauscher von seinem Opa (einem Berufsmusiker) und dem Papa geerbt. „Der hatte lange seine eigene Band und hat mit der sogar das Münchner Oktoberfest aufgemischt“, erinnert sich Michi. Schon mit drei Jahren bearbeitete der Sohn sein erstes Schlagzeug, mit elf kamen die Gitarre, später der Bass dazu. Musikunterricht, Gesangsstunden? Fehlanzeige. „Ich hab mir alles selber beigebracht – mit Youtube-Filmchen im Internet.“ Lange habe er geglaubt, gar nicht singen zu können. „Es war die positive Bestätigung meiner Freunde, die mich bestärkt hat, auf meine Stimme zu vertrauen.“

Einen „riesigen Rückhalt“ erfährt Michael auch durch die Familie. An diesem Samstag fahren wieder 60 Leute mit dem Bus von Augsburg ins rund 500 Kilometer entfernte Köln – wo der „DSDS“-Finalist bereits auf der Straße angesprochen und um Selfies gebeten wird. In seiner Heimatstadt hängen Plakate, und Fans haben Flyer verteilt. „Dass sich so viele Menschen für mich einsetzen, ist ein Wahnsinnsgefühl für mich“, schwärmt Michi, der sich schon darauf freut, bald wieder nach Hause zu kommen.

Doch vorher darf er noch einmal die Showbühne rocken – mit „Blame it on me“ von George Ezra und seinen eigenen Siegertitel „So wie wir war’n“. Egal, wie es ausgeht, die Herzen der Zuschauer hat er schon gewonnen.

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