Das Liebesleben der Kommissare

von Redaktion

Eine Berliner Psychologin untersuchte den Beziehungsstatus der Ermittler in der ARD-Kultkrimireihe

Von Stefanie Thyssen

Sie jagen Verbrecher, klären Morde auf und verbringen nicht selten Tag und Nacht auf dem Revier. Doch wer wartet eigentlich auf die „Tatort“-Kommissare, wenn sie nach einem harten Arbeitstag heimkommen? Die Berliner Psychologin und Paartherapeutin Diana Boettcher hat sich genau das gefragt und für eine Studie das Liebesleben aller 47 aktuellen Ermittler unter die Lupe genommen. Und herausgefunden, dass das Liebesleben der Kommissare nicht repräsentativ ist für das echte Leben der Deutschen. Das zeigt sich vor allem beim Thema Kinder und der gleichgeschlechtlichen Liebe. So gibt es in der ARD-Kultkrimireihe bis heute keinen Kommissar beziehungsweise keine Kommissarin, die in einer schwulen oder lesbischen Beziehung lebt. Wir haben die Ergebnisse der Studie zusammengefasst.

Die ewigen Singles

Mehr als vier Fünftel der Fernsehermittler sind noch zu haben. Allen voran die Münchner Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec). Die Silberlocken flirten zwar eifrig und verlieben sich auch mal (gern in schöne Verdächtige), aber das hält in der Regel nur eine Folge lang. Überzeugte Singles sind außerdem Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), Karl Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Im echten Leben sind laut Boettcher gut 46 Prozent der Deutschen auf der Suche nach ihrer besseren Hälfte.

Mütter und Väter

Kinder spielen keine große Rolle im „Tatort“. Nur knapp jeder dritte Ermittler hat einen Sprössling daheim. Die von Nora Tschirner und Christian Ulmen gespielten Ermittler Kira Dorn und Lessing aus Weimar haben sogar ein gemeinsames Kind. Laut Studie sind 13 Prozent der Kommissare Eltern zweier Kinder. Fünf Babys sind übrigens aus kurzen Affären entstanden (zum Beispiel der Sohn von Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler). Mit durchschnittlich 0,57 Kindern pro Kopf sind die TV-Beamten weit hinter dem deutschen Schnitt, der bei 1,59 Kindern pro Kopf liegt.

Die glücklich Liierten

Man hat seine Frau nie gesehen – aber Fans wissen, dass Freddy Schenk (Dietmar Bär) verheiratet ist. Insgesamt haben gut 20 Prozent der Ermittler einen festen Partner, jeder elfte ist verheiratet. Einige haben oder hatten eine Affäre am Arbeitsplatz wie die Dortmunder Kollegen Nora Dalay (Aylin Tezel) und (der inzwischen versetzte) Daniel Kosslik (Stefan Konarske).

Die Untreuen

Fast jeder zweite ARD-Ermittler hatte schon einmal eine Affäre – der Wert bei den Frauen ist ebenso hoch. Ein Beispiel? Kommissarin Nina Rubin, die verheiratet ist, sich aber trotzdem gern im Berliner Nachtleben treiben lässt. Fans werden sich erinnern, dass es gleich in der ersten Folge (2015) ging’s munter zur Sache.

Die Homosexuellen

Bei den Fernsehermittlern ist die Sache klar – mit knapp 96 Prozent ist die große Mehrheit der Kommissare heterosexuell. Als bisexuell geoutet hat sich immerhin Kommissar Robert Karow aus Berlin (Mark Waschke). In einer Beziehung lebt aber auch er nicht. Im echten Leben lieben laut Statistik fünf Prozent der Deutschen gleichgeschlechtlich.

Die Geschiedenen

Im „Tatort“ werden 59 Prozent aller Ehen wieder geschieden, hat Diana Boettcher nachgerechnet. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als im deutschen Durchschnitt (39,6 Prozent). Prominentestes Beispiel aus der Krimireihe ist der Wiener Ermittler Moritz Eisner, der von Harald Krassnitzer gespielt wird. Aus seiner Ehe stammt eine erwachsene Tochter, die auch immer wieder einmal mal auftaucht. Auch die Ehe des Stuttgarter Kommissars Sebastian Bootz (Felix Klare) ging zu Bruch. Verwitwet sind übrigens zwei Kommissare – Peter Faber (Jörg Hartmann) aus Dortmund und Thorsten Lannert (Richy Müller) aus Stuttgart.

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