BR legt TV-Duell auf Eis

von Redaktion

Zu knappe Umfragen – Statt dessen vier „Wahlarenen“ im September

von Christian Deutschländer

Man kann nicht sagen, dass Bayerns Straßen leer gefegt waren am Abend des 4. September 2013. Aber bis zu 1,3 Millionen Menschen sammelten sich doch vor den Fernsehern, um das TV-Duell Seehofer-Ude zu verfolgen. Für Landespolitik ist das eine echt starke Quote. Nun, fünf Jahre später, steht wieder eine Wahl an. Auf den Quoten-Hit wird der Bayerische Rundfunk diesmal aber verzichten.

Nach monatelangen internen Beratungen legen die Sender-Verantwortlichen ihre Duell-Ideen auf Eis. Kurioser Grund: Es fehlt der zweite Duellant. SPD, Grüne, AfD sind in Umfragen so nah beieinander, dass kein klarer zweitplatzierter Gegenkandidat für Markus Söder (CSU) ersichtlich ist. Natascha Kohnen (SPD) liegt derzeit hinter den Grünen, für die Katharina Schulze ins Duell hätte gehen können, aber mit 33 zu jung ist, um Ministerpräsidentin zu werden. Die AfD hat gar keinen nominellen Spitzenkandidaten.

Man darf sich die Debatte als Politikum vorstellen, mit hoher Eskalationsbereitschaft der Politik. Söder hätte sich nicht mit jedem Gegner duelliert. Die Grünen hätten auch kein Duell CSU-SPD geduldet, falls sie wie in zumindest einer Umfrage weiterhin mit 17 Prozent auf Platz zwei liegen. Stirnrunzeln allerorten.

Der BR arbeitet nun mit mehreren Formaten. Eine große Runde mit allen Parteien, die an oder über der Fünf-Prozent-Hürde liegen, ist für 12. September geplant. Vermutlich sind das CSU, SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP, AfD; statt Söder kommt Fraktionschef Thomas Kreuzer. Außerdem gibt es einzelne „Wahlarena“-Auftritte für die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien. Der Grüne Ludwig Hartmann diskutiert am 2. Oktober live mit 100 Bürgern in Straubing, Hubert Aiwanger (FW) am 3. Oktober in Fürth, Natascha Kohnen am 9. in Augsburg, Söder am 10. in Bad Aibling; jeweils eine Stunde ab 20.15 Uhr zur besten Sendezeit.

Zudem gibt es Drehs mit FDP, AfD, Linken und allen „Kleinen“, um auch den noch außerparlamentarischen Parteien ein Forum zu bieten. Das klingt kompliziert, führt aber bisher dazu, dass sich keiner beschwert.

Schade ums Duell? Eine BR-Sprecherin betont, Mitte September komme eine neue große Umfrage, dann werde man noch mal die Duell-Frage abwägen.

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