Die ARD kommt auf den Hund. Ein abgelegener Hof in dem Weiler Frauenried bei Irschenberg (Landkreis Miesbach) zieht an diesem Tag viele Reporter und Fotografen an. Grund sind die Dreharbeiten zu einer „tierischen“ Serie, die dort im Auftrag des Bayerischen Rundfunks (BR) für das Erste entsteht. In „Racko – Ein Hund für alle Fälle“ geht es um die Freundschaft zwischen dem Vierbeiner und seinem neuen, erst 13-jährigen Besitzer. Seit Mitte Juli laufen die Dreharbeiten im Landkreis Miesbach, in München und in Leipzig.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Florian Wiesner, genannt Flori (gespielt von Leon und Lino de Greiff), der von seinem verstorbenen Großvater einen Bauernhof in Oberbayern erbt. Zum Erbe gehört auch besagter Hund. Eigentlich wohnt Flori in Leipzig bei seiner Mutter (Ines Hollinger). Aus der Großstadt weg und zusammen mit seiner Mutter aufs oberbayerische Land zu ziehen, fällt ihm nicht leicht – zumal es da noch einen Bauunternehmer (Siegfried Terpoorten) gibt, der den Hof gerne in seine Hände bekommen und zu einem Luxushotel umbauen will. Zum Glück werden Racko und Flori bald beste Freunde, das tröstet über alle Probleme hinweg.
„Wie Lassie in Oberbayern“, kommentiert BR-Redakteur Andreas M. Reinhard im Gespräch mit unserer Zeitung die Handlung lachend. Lino und Leon, die für die Serie zum ersten Mal vor der Kamera standen, teilen sich die Rolle des Flori, da das tägliche Drehpensum die gesetzlich erlaubte Arbeitszeit für Minderjährige weit übersteigen würde. Die beiden Münchner, die eigentlich auf Mallorca leben und für die Zeit der Dreharbeiten extra frei bekamen, teilen sich laut BR nicht nur die Drehzeit, sondern auch die Stimmung. Lino ist für die lustigen, Leon für die traurigen Szenen zuständig.
An den Umgang mit Hunden sind die beiden gewöhnt – zu Hause auf der spanischen Mittelmeerinsel haben sie selbst zwei. Von Racko sind die beiden, wie sollte es anders ein, begeistert. Der Mischlingshund – eine Melange aus Schäferhund und französischem Hütehund – lebte übrigens bis vor drei Jahren noch als Streuner in Spanien. Hundetrainerin Renate Hiltl hat den geschätzt fünf Jahre alten Rüden, der eigentlich „Chewakka“ heißt, adoptiert und ihn ein Jahr lang auf die Rolle des Film- beziehungsweise Serienhundes vorbereitet.
Produzent Ernst Geyer ist nicht nur von seinem vierbeinigen Hauptdarsteller, sondern auch von der Kulisse begeistert: „Wir haben eine Bilderbuchlandschaft gesucht.“ In Frauenried wurde er fündig. Geyer schwärmt: „Ich war begeistert von dem Ort und seiner wunderschönen Kirche.“ In Frauenried gedreht wird noch bis morgen. Der Sendetermin von „Racko – Ein Hund für alle Fälle“ ist voraussichtlich im nächsten Frühjahr.