Märchenkönig Mosi

von Redaktion

Der ARD-Film „Der große Rudolph“ wirft einen humorvollen Blick auf das Leben des Münchner Modedesigners

Der Name Mosi fällt – und alle kommen. Das war zu Lebzeiten so, und das gilt auch heute, 13 Jahre nach seinem tragischen Tod. Gestern Abend große Premiere im Gloria Filmpalast. Die ARD hat geladen, um den Modedesigner zu feiern. Der Titel des Films, der am kommenden Mittwoch um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, ist Programm: „Der große Rudolph“. Ottfried Fischer, BR-Intendant Ulrich Wilhelm, Luise Kinseher, Robert Stadlober, Hannelore Elsner, Janina Hartwig. Sie erinnern sich gerührt, amüsiert, wehmütig an damals, als Schulklassen, die auf Klassenfahrt von überall aus der Republik gen München kamen, bei Neuschwanstein nur müde gähnten – und viel lieber Märchenkönig Mosi in seinem Geschäft aufsuchten. Den schillernden Märchenkönig des 20. Jahrhunderts.

Es ist eine Gesellschaftssatire, die Rudolph Moshammer gefallen hätte. Obwohl er eigentlich immer mehr der Oper zugetan war. „Die ARD hat mehr Humor als mancher denkt“, sagt Programmdirektor Volker Herres. Einen Beweis dafür möchten sie mit diesem Mittwochsfilm bringen. Aber funktioniert dieses Münchnerische Stück deutschlandweit? „Ich glaube schon“, sagt Herres. „Das München der Achtzigerjahre war schon eine besondere Zeit.“ Er, der damals aus dem Norden kam, um hier zu studieren, erinnert sich: „Es war damals ein merkwürdiges Nebeneinander von Kunst, Kultur und Kitsch. Ich bin mir sicher, dass das über Bayern hinaus wirken wird. Allein über die glänzenden Schauspieler.“

Und dann natürlich: Die Hauptperson. Es habe seit Jahren auf der Hand gelegen, die Lebensgeschichte des Rudolph Moshammer zu erzählen. Doch gleich nach dessen Tod? Zu früh. So geriet das Thema etwas in Vergessenheit. Dann die Bitte an Regisseur Alexander Adolph, einen Stoff zu schaffen. Er kam mit einem Zwei-Seiten-Exposé, das begeisterte. Die Kunst: Er macht sich nicht lustig über Mosi, und trotzdem können wir lachen. Mit ihm. Und denen, die ihn zu ihrem Society King krönten. „Der Wunsch, der Drang, sich selbst zu gestalten und zu inszenieren, ist ein zentrales Thema in Moshammers Leben“, sagt Thomas Schmauser, der ihn im Film spielt. Diese Sehnsucht Mosis habe ihn fasziniert. Denn letztlich könnten wir alle von Moshammer, der den Mut hatte, seine Träume zu leben, lernen. katja Kraft

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