Das ist mal eine Programmplanung, die Sinn ergibt. Passend zum Start der Wiesn an diesem Wochenende zeigt das ZDF am Samstag um 20.15 Uhr eine neue Folge der Reihe „München Mord“, die zwar nicht direkt auf dem Oktoberfest spielt; das Volksfest bietet aber den Rahmen für unterhaltsame 90 Minuten.
Vor allem Kommissarin Angelika Flierl (wunderbar: Bernadette Heerwagen) ist in „Die ganze Stadt ein Depp“ im Wiesn-Fieber. Ohne Dirndl geht sie gar nicht mehr aus dem Haus – könnte ja sein, dass sie beim Lokalsender „Radio Stachus“ einen der begehrten Wiesn-Tische gewinnt und dann gleich losziehen muss. Ihr Kollege Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) ist da schon einen Schritt weiter. Eine Frau, mit der er die Nacht nach einer Wiesn-Sause verbracht hat, sucht in der ganzen Stadt via Aushang nach ihm („Harry, bitte melde Dich!“), und selbst der Chef der Truppe, der von BR-Moderator Christoph Süß („Quer“) gespielte Helmut Zangel, zieht sich die Lederhose an – auch wenn ihn die ganze Sache eher an Fasching erinnert.
Regisseur Sascha Bigler (ein Wiener!) fängt sie sehr schön ein, diese ganz besondere Münchner Stimmung, die von Ende September bis Anfang Oktober herrscht – und die auch schon die Macher des Münchner „Tatort“ inspiriert hat. Denn es gilt ja, einen Mord aufzuklären. Ein vereinsamter Rentner (Nikolaus Paryla) wurde in seiner Wohnung erschlagen. Ein wertvolles Gemälde von Paul Klee, das bis kurz vor dem Verbrechen die Wand des Opfers schmückte, fehlt jetzt. Raubkunst, wie sich später herausstellt.
Die Spur führt die drei Kommissare – neben Flierl und Neuhauser noch Ludwig Schaller (Alexander Held) – zum ehemaligen Arbeitsplatz des getöteten Ex-Hausmeisters, die Musikhochschule München. Das Gebäude war in der NS-Zeit der „Führerbau“, in dessen Keller Beutekunst gelagert wurde. In den Mittelpunkt der Ermittlungen gerät der neue Hausmeister der Hochschule, Uli Schmidbauer (klasse wie immer: Martin Feifel), der nicht nur in Geldsorgen steckt, sondern auch von den Geheimnissen des Kellers weiß…