Sie spielte in den Siebzigerjahren große Rollen am Münchner Residenztheater, unter anderem in Ingmar Bergmans Inszenierung von „Szenen einer Ehe“, doch zum Publikumsliebling wurde sie durch die „Schwarzwaldklinik“ – Gaby Dohm. Obwohl sie an der Seite von Klausjürgen Wussow eins zu werden schien mit ihrer Rolle der Christa Brinkmann, gelang es der Schauspielerinn doch, sich aus der Schublade der Medizinerinnendarsteller zu befreien. Am Sonntag feiert die Wahl-Münchnerin, die einst in Salzburg das Licht der Welt erblickte, ihren 75. Geburtstag.
Und auch wenn die Schauspielerin das Renteneintrittsalter längst überschritten hat, denkt sie nicht an Ruhestand. Rollenangebote für die attraktive Mittsiebzigerin bleiben nicht aus. Regelmäßig ist sie auf dem Bildschirm zu sehen, zuletzt etwa in der Tragikomödie „Kubanisch für Fortgeschrittene“ oder in der Krimireihe „Der Staatsanwalt“. Nur wenige Tage nach ihrem Geburtstag steht auf dem Filmfest Hamburg die Premiere von „Der Anfang von etwas“ an, die Verfilmung einer Romanvorlage des Schriftstellers Siegfried Lenz.
Der Schritt zur Schauspielerei war für Gaby Dohm kein großer – als Tochter des Schauspielerpaares Heli Finkenzeller und Will Dohm kannte sie Theater und Film von Kindesbeinen an. Trotzdem wollte sie, die in Berlin aufwuchs, zunächst Kinderbuchillustratorin werden. Weil sie für die Aufnahme in die Akademie zu jung war, entschied sie sich doch für die Bühne. Nach ersten Rollen am Düsseldorfer Schauspielhaus wechselte Dohm im Jahr 1966 ans Bayerische Staatsschauspiel, wo auch bald große Rollen folgten – die Natalja in „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow, die Marie in Georg Büchners „Woyzeck“ oder das Gretchen in Goethes „Faust“.
Der „Schwarzwaldklinik“ folgten zahlreiche weitere Fernsehrollen, unter anderem in „Donauprinzessin“, „Vier Frauen und ein Todesfall“, „Polizeiruf 110“ und „Um Himmels Willen“. Mit der Rolle ihres Lebens ist Dohm im Reinen: „Wenn ich heute eine Wiederholung der ,Schwarzwaldklinik‘ sehe, dann denke ich: Das war ja doch ganz gut!“