In „Gottschalks große Achtundsechzigershow“ (ZDF, Samstag, 20.15 Uhr) lässt Moderator Thomas Gottschalk (68) das Lebensgefühl jener Epoche wieder aufleben. Dafür hat er sich prominente Gäste und Zeitzeugen eingeladen, unter anderen „Easy Rider“-Darsteller Peter Fonda, „Mr. Bean“ Rowan Atkinson, Musiker Donovan und Geiger David Garrett.
Herr Gottschalk, sprechen wir über das Jahr 1968. Wie war der 18-jährige Thommy drauf?
Ich habe mit 18 in der oberfränkischen Provinz so vor mich hingeträumt und Flower-Power-Musik gehört. Ich war verknallt in eine Verkäuferin der Parfümerie Benker, die das bis zum heutigen Tag nicht erfahren hat. Mein einziges Ziel war es, irgendwie das Abitur zu schaffen.
Damals gab es den Konflikt Jung gegen Alt, Studenten gegen den Staat. Wie äußerte sich Ihre rebellische Seite?
Meine rebellische Seite war immer etwas unterentwickelt. Ich habe weder revoltiert noch demonstriert, was in Kulmbach ohnehin nicht üblich war. Mein Aufstand gegen die herrschende Klasse hat sich darin erschöpft, dass ich rumgemault habe, weil ich mir die Haare nicht so lang wachsen lassen durfte, wie ich wollte. Und weil ich um zehn zu Hause sein musste.
Inwiefern hat die Musik der Zeit Sie geprägt?
Ich habe in dieser Zeit als Discjockey angefangen und im Schützenhaus in Hof die Band Shocking Blue live auf der Bühne angekündigt. Die Ansage von „Venus“ mach’ ich heute noch so wie damals, mit allen Namen der Bandmitglieder. Die Sängerin hieß Mariska Veres, sah granatenmäßig aus und ist leider tot.
Erst die Spielshow „Denn Sie wissen nicht, was passiert“ und jetzt „Gottschalks große Achtundsechzigershow“ – was macht für Sie als Moderator den Unterschied?
„Er weiß nicht, was passiert“ könnte der Titel jeder Show gewesen sein, die ich bisher abgeliefert habe. Das Spontane war für mich immer der eigentliche Reiz. Je mehr ich mich vorbereiten musste, umso schlechter war ich. Wenn ich an das glaube, was ich zu verkaufen habe, moderiere ich natürlich gerne. Bei der „Achtundsechzigershow“ bin ich da, wo ich hingehöre. Ich glaube auch, dass es immer noch ein großes Publikum für diese Art von Unterhaltung gibt. Aber ich freue mich auch auf den neuen Klassikpreis, den das ZDF jetzt vergibt. Den moderiere ich am 14. Oktober. Dabei fühle ich mich genauso wohl, auch wenn klassische Musik leider kein Renner beim Publikum ist. Schade!
Das Gespräch führte Katja Schwemmers.