Koch trifft Kleinkunst

von Redaktion

„Schuhbecks Küchenkabarett“ im Bayerischen Fernsehen bietet Plaudereien und Kulinarik

VON RUDOLF OGiERMANN

Er kann nicht nur gut kochen, er ist auch ein guter Unterhalter. So gesehen muss sich Alfons Schuhbeck nicht verstecken vor den Meisterinnen und Meistern des gepfefferten Wortes, mit denen er es in einer neuen Reihe des Bayerischen Fernsehens zu tun bekommt. „Schuhbecks Küchenkabarett“ heißt die Produktion, in der der Starkoch Kabarettistinnen und Kabarettisten zum „Küchentalk“ lädt. Schon am kommenden Sonntag um 17.15 Uhr ist Premiere. Gestern stellte der Bayerische Rundfunk das Format vor – standesgemäß in den „Südtiroler Stuben“ am Münchner Platzl.

Entstanden sei die Idee, als Schuhbeck einmal privat bei Monika Gruber zu einer Brotzeit eingeladen war. „Kommt da noch wer?“, habe er gefragt, erinnerte sich Schuhbeck, so üppig sei die Jause ausgefallen. So war gleich gute Stimmung, ein Wort gab das andere, und am Ende sei die Idee geboren gewesen, mit Kabarettisten vor der Kamera zu kochen. Alle sechs angefragten Künstler – neben Gruber noch Luise Kinseher, Christine Eixenberger, Günter Grünwald, Helmut Schleich und Komiker Sebastian Reich nebst Nilpferddame Amanda – hätten sofort Ja gesagt, so der verantwortliche Redakteur Thomas Kania. Monika Gruber macht den Anfang, die anderen folgen im Wochenrhythmus.

Drei Sterne waren nicht Bedingung bei den Gästen aus der Kleinkunst, so habe Christine Eixenberger gleich bekannt, dass sie in der Küche nicht so zu Hause sei, und was die kulinarischen Kenntnisse der Gruberin über einen deftigen Wurstsalat hinaus betreffe, so seien die, wie Schuhbeck es ausdrückte, „ned so dramatisch“. Trotzdem soll es um Lieblingsgerichte gehen, um Rezepte, um Tricks und Kniffe rund um Herd und Backofen.

Reines Kabarett sei nicht gefragt, betonte Schuhbeck: „Es geht nicht darum, dass einer sein Programm runterrattert, sondern dass geredet wird, ganz privat.“ So werden im Gespräch mit Luise Kinseher die böhmischen Knödel thematisiert, die ihre Mutter so gut kann, mit Helmut Schleich plaudert der 69-Jährige über die französische Küche. Aber natürlich gibt es, sozusagen als Sahnehäubchen, auch ein paar Schmankerl aus dem Schaffen des jeweiligen Stars. So tritt Schleich als Kini auf, und Günter Grünwald schwingt als Joe Waschl den Kochlöffel.

Nur Gruber und Grünwald kenne er gut, auf die anderen habe er sich extra vorbereitet, erläuterte der Herr des Ingwers: „Ich habe mich gefragt: Wie kriegst du die Tür auf, sodass der Gast von sich erzählt.“ Er sei überrascht gewesen, dass das Zusammenspiel so gut geklappt habe: „Wir mussten bei den Aufzeichnungen nichts zweimal machen.“ Auch der BR scheint von dem Format überzeugt zu sein. Schon vor der Ausstrahlung der ersten sechs Folgen steht fest, dass es eine zweite Staffel geben wird.

Einen Vorgeschmack – buchstäblich – auf die neue Reihe gab es auch noch gestern Vormittag am Platzl. Zusammen mit Sebastian Reich (übrigens gelernter Bäcker und Konditor) bereitete Schuhbeck ein gehaltvolles Gröstl zu. Und Nilpferddame Amanda demonstrierte, wie man den so schlagfertigen Starkoch auch einmal kurz sprachlos macht: „Kochst Du denn daheim auch?“

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