U-Bahn-Schlägerei mit tödlichem Ausgang, Massenvergewaltigung in Freiburg, Übergriffe auf Rettungskräfte – wer sich einen Überblick über die tägliche Nachrichtenlage verschafft, bekommt es mit der Angst zu tun. Unsere Gesellschaft, so scheint es, wird immer gewalttätiger. Aber stimmt das wirklich? Und wenn ja, wohnt in jedem Menschen ein Monster, oder schlummert in uns nur ein harmloses Biest?
Der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch hat sich auf die Spuren von Gewalt und ihrer Wurzeln gemacht. In der ZDF-Sendung „Leschs Kosmos“ beleuchtet er heute um 23 Uhr die Frage, ob früher wirklich alles besser war. Wissenschaftler sind vom Gegenteil überzeugt: Die Welt ist friedlicher geworden. Noch nie gab es so wenige Kriege, so wenige Morde und so wenig Kriminalität wie heute.
In der Antike hatte Gewalt durchaus noch Unterhaltungswert. Zur Belustigung des Volkes kämpften Gladiatoren in großen Arenen um ihr Leben. Im Mittelalter wurden die Menschen auf Marktplätzen gefoltert oder an den Pranger gestellt. „Allerspätestens mit dem Ende der Französischen Revolution aber war Gewalt ein Thema, das man in der Öffentlichkeit nicht mehr sehen wollte“, sagt Harald Lesch.
Lange Zeit ging man davon aus, dass Menschen eine gewisse Gewaltbereitschaft von Geburt an in sich tragen. Eine Veranlagung, die durch Erziehung gebändigt werden müsse. Doch jetzt haben Forscher Hinweise auf ein angeborenes Moralverhalten gefunden. Einen natürlichen Kompass, der schon Kleinkindern anzeigt, was Gut und Böse ist. Wie mächtig ist also das Monster im Menschen, und wie zuverlässig ist unsere Wahrnehmung? „Leschs Kosmos“ liefert Antworten.