Da kommt, wenn man sie ruft, nur als Antwort: „Jaaahaa, gleich!“ Schlurf, schlurf. Es entsteht Unlust, weil’s anstrengend wird. Die Jungs wollen dann lieber Tonmann werden als Schauspieler. Die kleine Riva, die in meinem nächsten Film „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ mitspielt, wollte mir immer Locken eindrehen. „Sag noch mal deinen Satz“ – „Ja gut, aber nur wenn ich dir nachher Locken eindrehen darf!“ (Lacht.) Doch im Grunde ist mir das alles total recht. Ich liebe sie immer sehr, meine Kinder.
Auch Hape mögen Sie. Wieso reißt der alle mit?
Ich glaube, weil er sich nicht erhebt über die Leute. Der ist vielleicht manchmal ein bisschen zickig, wenn er das Gefühl hat, die Branche rückt ihm zu nah auf die Pelle. Aber zu den einfachen Leuten hat er eine große Zuneigung. Als ich mit ihm sprach, hatte ich immer das Gefühl: Der hat selber viel erlebt, bei dem ist alles gut aufgehoben. Ich glaube, dass Hape so erfolgreich ist, weil er die Menschen liebt. Er hat Tiefe. Das spürt man auch in seinen Sketchen. Das ist ein tiefer Mensch, kein Quatschkopf.
Das Drehbuch hat Ruth Toma geschrieben – haben Sie wesentliche Änderungen vorgenommen?
Na ja, im Roman stirbt auch das Pferd. Als ich das gelesen habe, habe ich gesagt: Nee! Jetzt schmeiße ich das Drehbuch in die Ecke! Wenn jetzt noch sein Pferd stirbt, nach der Oma und der Mutter – das ist zu viel, das will ich nicht sehen! Stattdessen fand’ ich, das Pferd müsse seine Rettung sein. Das Bild fand ich so goldig von diesem kleinen Mops da auf dem riesigen Pferd. (Lacht.)
Was war im echten Leben seine Rettung? Der Humor? Kann uns Humor aus allem herausziehen?
Ja, ich glaube schon, dass das Leben mit Humor einfacher ist. Aber es gibt Zeiten, in denen es nichts zu lachen gibt. Und das ist in Ordnung. Menschen, die ihren Kummer nur weglachen, sind mir nicht geheuer. Alles hat seine Zeit. Komischerweise ist es ja so, dass man, gerade wenn man etwas Schmerzhaftes erlebt hat, das Gute dankbarer wahrnimmt. Hape kann das. Ich denke, er kann sich erfreuen an dem, was er erreicht hat. Er hat Menschen an seiner Seite, die er liebt und die ihn lieben, und er ist nicht bitter geworden. Ich finde es schön, wenn es gelingt, den Blick darauf zu fokussieren, was gut ist.
Das Gespräch führte Katja Kraft.