„Ich werde nie auf der Bühne singen“

von Redaktion

Sky du Mont moderiert das ZDF-Silvesterkonzert

Wer Operettenliebhaber ist und Silvesterstimmung gleich zweimal haben möchte, sollte am Sonntag um kurz nach 22 Uhr zum ZDF schalten. Dann überträgt der Mainzer Sender aus der Dresdner Semperoper live zeitversetzt „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Am Pult steht Franz Welser-Möst, als Eisenstein ist – erstmals – der Münchner Startenor Jonas Kaufmann zu sehen. Die Moderation zwischen den Akten übernimmt – an der Seite von Kabarettistin Christine Schütze – der „Beau vom Dienst“, Schauspieler Sky du Mont (71).

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Wie das in meinem Beruf so ist. Man wird gefragt, ob man das gerne machen möchte, und dann stößt man entweder einen Freudenschrei aus oder überlegt blitzschnell, wie man aus der Nummer wieder herauskommt. In diesem Fall war es Ersteres.

Welche Beziehung haben Sie zur „Fledermaus“?

Sagen wir so: Ich habe schon Feydeau und Labiche gespielt, ich liebe diese typischen Verwechslungskomödien, Tür auf, Tür zu, alle sind verkleidet, keiner weiß mehr, wer es mit wem treibt, und am Schluss ist keiner böse über die Untreue des anderen, weil er selbst untreu war. Das finde ich sehr amüsant.

Sie sorgen, gemeinsam mit Christine Schütze, mit „humorvollen, pointierten Texten“ für die Überleitungen zwischen den Akten. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Es ist eine Art Doppelmoderation, ohne da jetzt zu viel zu verraten. Die hat den Vorteil, dass die Männer die Frau mögen und die Frauen den Mann – so hat man garantiert das ganze Publikum hinter sich. Christine ist eine Kollegin, mit der ich viel auf Tour bin. Wir sind also eingespielt, und ich glaube, dass wir das ganz gut hinkriegen.

Würden Sie sich als Experte in Sachen Oper und Operette bezeichnen, der keine Premiere versäumt?

Premieren versuche ich zu vermeiden. Wenn ich ins Theater gehe, in die Oper oder ins Ballett, dann möchte ich meine Ruhe haben. (Lacht.) Ich schau’ mir gerne etwas an, aber ich würde mich nicht als Experten bezeichnen.

Haben Sie selbst schon auf der Bühne gesungen?

Nein, ich werde zwar immer wieder gefragt, ob ich das machen möchte, aber ich halte es mit der Devise: „Schuster, bleib bei deinem Leisten!“ Es hat mich auch schon immer gestört, wenn Fußballer CDs aufgenommen haben, so etwas finde ich albern. Ich bin Schauspieler, und ob ich singen kann oder nicht, würde ich jetzt mal dahingestellt sein lassen.

„Die Fledermaus“ ist eine typische Silvesteroperette. Was machen Sie am letzten Tag des Jahres üblicherweise, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen?

Ich bin kein Freund von großen Partys, bei denen man stundenlang immer wieder auf die Uhr schaut, bis man sich endlich um Mitternacht zuprosten kann, und irgendwelche Menschen umarmen und küssen einen, von denen man sich normalerweise nicht umarmen und küssen lässt. Ich feiere lieber im kleinen Kreis, auch in diesem Jahr.

Manche wollen ja ganz allein sein an Silvester…

Das habe ich einmal gemacht, und dann tat ich mir wahnsinnig leid, weil draußen auf der Straße lauter lustige Leute unterwegs waren. Diese Erfahrung muss ich nicht zweimal machen.

Was erwartet Sie beruflich im neuen Jahr?

Ich habe Bühnenprogramme, mit denen ich unterwegs bin. Das eine heißt „Jung sterben ist auch keine Lösung“, das andere „Beziehungsweisen“, beide mache ich mit Christine Schütze, da haben wir Termine bis 2020.

Wie sieht es mit Fernsehen aus? Serien?

Serien mache ich sehr ungern, die letzte, die ich gemacht habe, war, wenn ich mich richtig erinnere, „Arme Millionäre“. Ich lasse mich ungern festnageln, ich bin da wählerischer geworden und mache nur noch Sachen, die mir Spaß machen. In einem gewissen Alter sollte man sich das leisten.

Das Gespräch führte Rudolf Ogiermann.

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