Elegant, intelligent und selbstironisch

von Redaktion

TV-, Kino- und Theater-Star Judy Winter feiert heute ihren 75. Geburtstag

VON PETER CLAUS

Zu ihrem heutigen 75. Geburtstag macht Judy Winter den Fans ein Geschenk: Sie hat für 2020 eine neue Rolle am Ernst Deutsch Theater Hamburg angekündigt. Denn auch nach so vielen Jahren auf der Bühne, Leinwand und im TV ist sie der Schauspielerei nicht müde.

Geboren wurde Judy Winter am 4. Januar 1944 als Beate Richard in Friedland im damaligen Oberschlesien als Tochter einer Tänzerin und eines Reserveoffiziers. Nach Kriegsende ließ sich die Familie in Heidelberg nieder. Die Eltern unterstützten den Wunsch ihrer Tochter, beruflich in die Fußstapfen der Mutter zu treten. Doch sie war mit 1,74 Meter zu groß für eine Tänzerinnen-Laufbahn. Als 16-Jährige entschied sie sich für den Schauspielunterricht. Mit 17 kam das erste Engagement. In dieser Zeit legte sie sich den Künstlernamen Judy Winter zu – aus Verehrung für die Hollywood-Stars Judy Garland und Shelley Winters. Wie ihre Vorbilder ließ sie sich nie auf ein Genre festlegen. Ob Tragisches, Komödie oder Musical: Winter reihte Erfolg an Erfolg.

Kino-Regisseure wurden rasch auf sie aufmerksam. Die Simmel-Verfilmungen „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ und „Liebe ist nur ein Wort“ (beide 1971) machten die Schauspielerin einem Millionenpublikum bekannt. Die Hauptrolle in dem erfolgreichen „Der Lord von Barmbeck“ (1973) zeigte sie als Charakterdarstellerin. Zahlreiche TV-Filme, etwa die „Tatort“-Folge „Reifezeugnis“ (1977), prägte Judy Winter mit ihrer unverwechselbaren Erscheinung. Sie erarbeitete sich einen persönlichen Stil, geprägt durch Eleganz, Intelligenz und Selbstironie. Ihre gern zum Synchronisieren von Stars wie Jane Fonda genutzte Stimme wurde zu einem Markenzeichen.

Ihren größten Erfolg erlangte Judy Winter 1998 am Renaissance Theater in Berlin mit „Marlene“. Im Part der alternden Marlene Dietrich brillierte sie als Schauspielerin und Sängerin. Die Produktion war solch ein Hit, dass sich Winter erst im Frühjahr 2018 davon verabschiedete.

Privat war ihr der Erfolg nicht so treu. Die Verbindung mit Regisseur Peter Zadek zerbrach nach sieben Jahren, ihre späteren Ehen mit dem Schauspieler Joachim Regelien und mit dem Komponisten und Musiker Rolf Kühn wurden geschieden. Als eine ihrer glücklichsten Beziehungen hat sie einmal die zu ihrem Adoptivsohn Francis Winter (46) bezeichnet.

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