Hunde gehen immer

von Redaktion

INTERVIEW Jens Atzorn jagt bei Sat.1 in „Der Bulle und das Biest“ mit einem tierischen Kollegen Verbrecher

Von 2011 an war er Ensemblemitglied am Residenztheater, nun hat sich Jens Atzorn (42) wieder mehr aufs TV fokussiert. Für Sat.1-Zuschauer ein Glück, konnte er so doch fleißig an der Serie „Der Bulle und das Biest“ drehen, die ab Montag wöchentlich um 20.15 Uhr bei dem Privatsender zu sehen ist. Atzorn spielt einen Kommissar. An seiner Seite: der Hund Rocky.

Es heißt, mit Tieren zu drehen, sei nicht leicht. Stimmt’s?

Ja, anfangs war es das tatsächlich nicht. Da hat manche Panne für Verzögerungen gesorgt. Aber Rocky lernt fleißig dazu und ist schon ein kleiner Profi. Große Klasse!

Was für Pannen?

Na ja, man probt etwas zwei-, dreimal ohne Kamera, damit der Hund seine Ruhe hat – und in dem Moment, wenn man drehen möchte, macht er etwas komplett anderes. Oder guckt einen nur mit Fragezeichen an. (Lacht.)

Die Serie erinnert an „Kommissar Rex“ – eine Reihe, die Sie angeschaut haben?

Das ist etwas an mir vorbeigegangen, weil ich damals nicht so viel ferngesehen habe. Aber ich muss gestehen: „Lassie“ hab’ ich geliebt. Mit Tieren zu drehen ist immer eine wahnsinnige Aufgabe – das, was dabei herauskommt, aber umso unterhaltsamer.

Was kann man von Hunden lernen?

Eine gewisse Gelassenheit. Denen ist es ja im Grunde total schnurz. Die sind während des Drehs nie nervös.

Merken Sie, dass diese Gelassenheit auf Sie abfärbt?

Sagen wir so: Man muss sehr flexibel sein bei der Arbeit mit einem Hund; man muss sehr im Moment sein, was ich vom Theater kenne. Weil er immer etwas ein bisschen anders macht als geplant – dann musst du schnell reagieren. Und eventuell alles, was du dir vorher überlegt hattest, über Bord werfen. Den Gag, der entsteht, mitnehmen und schauen, was passiert. Das habe ich durch Rocky gelernt.

Hätten Sie Lust, sich selbst einen Hund zuzulegen?

Oh ja! Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht. Doch momentan geht es einfach nicht, weil ich so viel unterwegs bin. Wenn, dann würde ich mich auch richtig um das Tier kümmern wollen.

Ihr Vater (Schauspieler Robert Atzorn, Red.) hat vor einem Jahr seine Karriere beendet, der hätte doch jetzt Zeit und könnte ab und zu aufpassen…

Ja, theoretisch schon. (Lacht.) Ich müsste ihn mal fragen.

Wie geht es dem eigentlich in seinem Ruhestand?

Wunderbar! Der genießt die Zeit endlich richtig. Das ist für ihn ganz wichtig als Mensch.

Und Sie starten gerade noch mal ordentlich durch… Ihre Rolle scheint wie auf Sie zugeschnitten.

Ja, das ist so Hand in Hand gegangen. Denn an dem ganzen Projekt wurde noch weiter geschrieben, während wir schon gedreht haben. Deshalb haben die Autoren viele Ideen von uns Schauspielern aufgenommen. Ein Prozess, der Folge für Folge weitergeht.

Sie scheinen sehr zufrieden. Hunde gehen immer?

Genau, Tiere und Kinder! (Lacht.) Das Gespräch führte Katja Kraft.

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