„Bitte weitermachen!“

von Redaktion

Ein Gelegenheits- und vier Profischauspieler gratulieren Franz Xaver Bogner

VON KARL SCHERMANN

Was schreibt man über einen Mann, über den schon so viel geschrieben wurde – und der es außerdem selbst viel besser könnte? Dessen Vita man jederzeit auf Wikipedia lesen kann – und der schon seit Jahrzehnten Kultstatus hat? Der es schafft, trotz all der zu Recht überschwänglichen Laudationes bei all den Preisverleihungen und Ehrungen (erst kürzlich kam der Bayerische Verdienstorden hinzu) dennoch so still, zurückgenommen, ja fast unsichtbar zu bleiben? Von dem man weiß, dass der rote Teppich für ihn eher ein rotes Tuch ist und der Smoking eine Zwangsjacke wäre, müsste er mal einen tragen. Was noch kommen kann? Den Oscar hat er noch nicht!

Was also kann man über Franz Xaver Bogner schreiben, ohne ihn ausgerechnet an seinem heutigen 70. Geburtstag zu verärgern? Nun, gratulieren darf man. Ihn hochleben lassen darf man auch. Und ihm Irgendwie danken Sowieso. Schließlich hat er uns unvergessliche Stunden im Kino und vor dem Bildschirm geschenkt.

Auch wenn wir nichts fordern können, bitten dürfen wir ihn hier und heute: Lieber Herr Bogner, bitte, weitermachen! Einfach weitermachen. Zum Glück gibt es für einen Künstler ja kein Rentenalter, für einen Drehbuchautor kein Schreibverbot, für einen Regisseur kein „Danke, das war’s“. Wir wollen mehr von diesen abgedrehten Heimatgeschichten, diesen skurrilen und doch bodenständigen Figuren, diesen verzwickten, erdigen Dialogen, diesem einzigartigen Blick tief hinein in die bayerische Seele. Mehr Bogner eben. Und wer das Glück hatte, mit ihm arbeiten zu dürfen, wird getragen von seiner Filmfamilie, in der der kleinste Nebendarsteller das Gefühl hat, genau so wichtig zu sein wie der Star. Die Wehmut nach Drehschluss ist zugleich das Verlangen nach der Fortsetzung. Nach einer neuen Idee, einem neuen Drehbuch, nach dem Moment, an dem sich Franz Xaver Bogner wieder in seinen Regiestuhl schwingt und das Zauberwort sagt: „…und bitte!“

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