Wie die Kesselflicker

von Redaktion

Andrea Sawatzki und Christian Berkel, privat glücklich verheiratet, spielen die Hauptrollen in „Scheidung für Anfänger“

VON KLAUS BRAEUER

Da hängen sie nun am Gummiseil, über ihnen steht der Paartherapeut und erzählt etwas vom „Paar als Team“. Doch diese beiden sind weder das eine noch das andere. Kurz vor der Silberhochzeit steht die Scheidung an, möglichst friedlich. Doch geht es bald um das Vermögen, um die Frage, wer was bekommt aus dem gemeinsamen Berliner Haus. Und wer nimmt den Hund? Davon handelt die Komödie „Scheidung für Anfänger“, die das Erste morgen um 20.15 Uhr zeigt.

Die Besetzung der Hauptfiguren ist der Clou an diesem Film von Thorsten M. Schmidt. Andrea Sawatzki (55, „Bella Vita“, „Tief durchatmen, die Familie kommt“) und Christian Berkel (61, „Der Kriminalist“) sind miteinander verheiratet und spielen das Filmpaar Anja und Christoph Bremermann mit sichtbar viel Spaß an der Sache. „Dieser Paragrafensalat hat mich wirklich überrascht“, erklärt Sawatzki im Interview: „Ich wusste nicht, dass es so kompliziert ist, sich scheiden zu lassen. Also, ich habe nach dieser Erfahrung erst recht keine Lust darauf.“

Im Film reagiert Sohn Frederik (Marcel Glauche) ziemlich emotionslos auf die Scheidungspläne seiner Eltern und spekuliert auf ein paar Möbel. Tochter Franziska (Amelie Plaas-Link) erfährt erst mal gar nichts und kündigt an, bald heiraten – und im Elternhaus Hochzeit feiern zu wollen.

Klar, dass es in Nina Bohlmanns Drehbuch beim Einvernehmen nicht bleibt. Dank zweier gewiefter Anwälte (Doris Schretzmayer und Pierre Besson) spitzt sich die Situation schnell zu, schon bald streiten die beiden zukünftigen Ex-Partner wie die Kesselflicker. Trotz vieler Slapstickszenen hat diese turbulente Komödie auch ihre tragischen Momente. Dazu trägt nicht zuletzt die klug ausgesuchte Musik bei, gleich zum Auftakt erklingt Charles Aznavours „Du lässt dich geh’n“.

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