Anika ist eine engagierte Schwesternschülerin. Während ihre Freundin Vanessa den Semesterabschluss lieber im Wohnheim feiert und sich mit dem attraktiven Arzt Dr. Sharifi vergnügt, arbeitet sie ehrenamtlich in der Initiative „Mediziner für Asyl“ mit. Als Anika wenige Stunden später nach Hause kommt, ist Vanessa tot – erdrosselt im Zimmer ihrer Freundin. Das Ende einer Sexaffäre? Eine Verwechslung? Die Tat des jungen Flüchtlings Kamal? Ein kniffliger Fall für Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow), der nach sechs Jahren zum letzten Mal auf Verbrecherjagd im Saarland geht. Das Erste zeigt die „Tatort“-Folge „Der Pakt“ mit Stellbrink und seinen Kolleginnen Lisa Marx (Elisabeth Brück) und Mia Emmrich (Sandra Maren Schneider) an diesem Sonntag um 20.15 Uhr.
Dass Striesow seine Rolle aufgibt, hängt seinen Worten zufolge vor allem mit den Produktionsbedingungen und neuen Projekten zusammen: „Ich möchte den Sender nicht hängen lassen und von einem aufs andere Jahr vertrösten, weil ich keine Zeit habe“, sagt er: „Alles hat seine Zeit, und die Zeit ist jetzt vorbei.“ Für den 45-Jährigen gibt es bereits viele neue Projekte. Seit Ende vergangenen Jahres ermittelt er im ZDF-Samstagskrimi „Schwartz & Schwartz“, aktuell spielt er in „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg Theater. „Genau da komme ich her. Das ist das, was mein Beruf ursprünglich war und ist“, meint er. „Den ganzen Tag lang gefordert zu sein, das genieße ich.“
An die Zeit im Saarland denke er „mit Wohlwollen“ zurück, sagt Striesow. Auch weil die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit gewesen seien. Zudem hätten die Entwicklung des Kommissars, dessen Rolle anfangs eher klamaukig war und inzwischen nachdenklicher und tiefgründiger angelegt ist, und die Besonderheiten des Saarlandes „eine schöne Kombination“ ergeben. „Wir waren in einem besonderen Bundesland, und das haben wir versucht, filmisch einzufangen.“
In Saarbrücken soll künftig ein komplett neues Fünferteam ermitteln. Details dazu will der Saarländische Rundfunk (SR) frühestens Anfang März bekanntgeben. Mit Stellbrinks letztem Fall verabschiedet sich nicht nur Striesow vom Saarland, sondern auch Regisseur Zoltan Spirandelli, der bei insgesamt vier SR-„Tatorten“ Regie führte. Und der gerne auch noch einen weiteren Stellbrink-„Tatort“ gedreht hätte. Der sei schon konzipiert gewesen – nun verschwindet er wohl für immer in der Schublade.