Die Grenzen zwischen Fernsehen und Kino sind in den vergangenen Jahren immer schwerer zu fassen gewesen. Erst mit dem Boom des opulenten, seriellen Erzählens im TV-Format brach etwas Neues auf. Die Serie ist nun bezüglich ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung das geworden, was der Roman im 19. Jahrhundert einmal war. Angesichts vieler aktueller Beispiele lässt sich feststellen, dass die bessere Unterhaltung oft auf dem heimischen Bildschirm zu entdecken ist. Negativfolgen wie ein allgemeines Kinosterben leider inklusive.
Diesen Trend wagte man bei der Berlinale nicht zu ignorieren. Schließlich sind Serien ja auch filmisches Erzählen, in einer anderen als der für den Kinobesuch zeitlich veranschlagten Portionierung. Zum fünften Mal findet sich in Dieter Kosslicks schillerndem Gemischtwarenladen neben den Standardreihen Wettbewerb, Panorama, Forum, Hommage und Retrospektive eine Sektion namens „Berlinale Series“, die sich internationalen Fernsehserien widmet. Und über die man oft begeisterter und ausführlicher spricht als über viele andere Reihen des Festivals.