Wenn Kinder Freiwild werden

von Redaktion

ZDF-Krimidrama erzählt von Menschenhandel und der Prostitution minderjähriger Flüchtlinge

Was macht ein kleiner Bub nachts in Berlin mitten auf der Straße? Nachdem ihr ein Kind vors Auto gelaufen und ebenso schnell wieder verschwunden ist, stellt die beurlaubte Ermittlerin Judith Volkmann (Jördis Triebel) Nachforschungen an. Dafür bemüht die Kriminalerin ihre alten Kontakte zu Kollegen und stellt schon bald fest, dass der Junge einer von 6000 minderjährigen Flüchtlingen ist, die seit 2015 allein in Deutschland herumirren. Freiwild für kriminale Clans, die  mit Menschenhandel und  Prostitution ein gutes Geschäft machen. „Vermisst in Berlin“  ist ein Krimidrama, das unter die Haut geht. Der Film, den das ZDF heute um 20.15 Uhr zeigt, bebildert beklemmend all das, was seit geraumer Zeit schiefläuft. Und das, ohne den moralischen Zeigefinger zu erheben.

Die Hilflosigkeit der Behörden, die mühselige Polizeiarbeit, die Macht krimineller Netzwerke und die Tragik hinter den Kinderschicksalen fügen sich hier zu einem großen Ganzen. „Ich bin froh, dass das ZDF den Mut hatte, diesen Film zu machen“, sagt Journalistin Frauke Hunfeld im Gespräch mit unserer Zeitung. Gemeinsam mit Drehbuchautorin Silke Zertz recherchierte und schrieb sie das Drehbuch für „Vermisst in Berlin“ zum Teil nach wahren Motiven (siehe Kasten). Unter der Regie von Sherry Hormann überzeugt ein Ensemble, zu dem neben Jördis Triebel ein großartiger Edin Hasanovic und Natalia Wörner gehören. Sie alle machen dieses Drama, das manches unerzählt lässt, zum Fernseherlebnis, das lange nachwirkt.

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