Die Zuschauer blieben ratlos zurück. Macht sie weiter? Oder quittiert sie den Dienst? Das war nicht ganz klar nach der bislang letzten Folge „Kommissarin Heller“, die vor gut einem Jahr im ZDF lief. Inzwischen steht fest: Lisa Wagner ermittelt weiter in der Rolle als Winnie Heller, dieser etwas sperrigen Kriminalerin. Am Samstag (20.15 Uhr) läuft die neue Folge mit dem Titel „Herzversagen“. Wir trafen die 40-Jährige zum Interview.
Eine kleine Anekdote vorweg: Es kommt recht häufig vor, dass sich unsere Leser über zu viele Krimis im Fernsehen beschweren. Wir haben in den vergangenen Monaten aber gleich mehrere Zuschriften bekommen zu Ihrer „Kommissarin Heller“. Tenor: Wann kommt endlich die nächste Folge?
Echt? Das ist ja nett. (Lacht.)
Sie sind Mutter geworden in der Zwischenzeit.
Ja, aber das hat damit gar nichts zu tun. Fakt ist, dass wir immer nur eine Folge pro Jahr gedreht haben. Aber es ist schön, dass es die Zuschauer anders empfinden.
Sie wollten die Schwangerschaft auch nicht in die Geschichte der Krimireihe einbauen?
Nein, eigentlich nicht. Ich achte darauf, dass ich Privates und Berufliches trenne.
Die Folge, die morgen ausgestrahlt wird, ist die erste, in der Hans-Jochen Wagner als Ihr Kollege nicht mehr auftaucht. Der Abschied ist Ihnen schwergefallen, oder?
Ja, sehr. Er ist einfach ein toller Kollege, so uneitel und klug. Unsere beiden Figuren haben gut miteinander harmoniert, da hat alles sehr schön ineinandergegriffen. Ach ja… Hans-Jochen fehlt mir wie die Hand am Leib.
Gab es Überlegungen, die Reihe mit dieser „Trennung“ zu besiegeln?
Nein, nicht wirklich. Ich habe auch das Gefühl, dass diese neue Einsamkeit der Kommissarin ganz gut steht – zumindest für eine Weile. In der bislang letzten Folge tauchte Verhoeven ja noch mal in Winnies Träumen auf – das fand ich eine sehr schöne Idee, und ich habe mich gefreut, dass Hans-Jochen das noch spielen durfte. Er war zu der Zeit schon ARD-„Tatort“-Kommissar, da ist es eigentlich nicht so gern gesehen, dass jemand noch in einer anderen Krimiserie auftaucht.
Jetzt ermittelt Lavinia Wilson an Ihrer Seite.
Ja, wir haben uns bewusst für eine Konstellation entschieden, in der die Zuschauer vielleicht den ersten Eindruck haben: Oha, mit den beiden, das geht sicher nicht gut.
In der ersten gemeinsamen Folge verstehen sich die beiden prima.
Das ist der Witz an der Geschichte. (Lacht.) Ich mag das einfach, wenn man Erwartungen, die es seitens des Publikums vielleicht gibt, nicht erfüllt. Abgesehen davon hätte mich Zickenterror oder so was nicht interessiert.
Ihre künstlerische Heimat ist das Residenztheater. Mit welchen Gefühlen denken Sie an diese Zeit?
Heimat trifft es vielleicht. Als ich dorthin kam, war ich das Baby. Ich war 21 und mit Anna Schudt über einige Jahre die einzige Frau unter 30. Das war dann schon wie ein Familienersatz für mich. Und rein beruflich hat mich die Zeit natürlich sehr geprägt. Die Sorgfalt, die dort auf die Texte gelegt wurde, sitzt tief in mir drin. Für Dieter Dorn war der Autor heilig. Wir haben fünfeinhalb Stunden „Das Käthchen von Heilbronn“ gespielt, und keine Zeile wurde gestrichen. Das war abgefahren, aber eine optimale Vorbereitung für alles, was danach kam.
Das Gespräch führte Stefanie Thyssen.