„War da was?“

von Redaktion

„Altneihauser“-Chef Norbert Neugirg über den Eklat bei der Frankenfastnacht vor einem Jahr

Er sorgte mit seiner Altneihauser Feierwehrkapell’n für den Eklat bei der „Fastnacht in Franken“ im vergangenen Jahr. Mitten in der #Metoo-Debatte thematisierte Norbert Neugirg bei seinem Auftritt den Altersunterschied von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und seiner 24 Jahre älteren Ehefrau Brigitte. Frankreichs Première dame bezeichnete er dabei als „gut eingefahr’nen Schlitten“, „gut abgehang’ne Dame“ und „schärfste alte Hütte“. Entsetzen im Publikum und bei vielen Zuschauern daheim vor den Bildschirmen. Am Freitag ist es nun wieder so weit – im unterfränkischen Veitshöchheim bei Würzburg steigt Bayerns wichtigste Fastnachtssause. Mit dabei sind auch wieder – der Oberpfälzer Neugirg und die Feierwehrkapell’n. Und das ist durchaus nicht selbstverständlich. Hinter den Kulissen hatte es gewaltig rumort nach dem missglückten Auftritt 2018. Neugirg selbst schwieg lange Zeit. Als unsere Zeitung ihn jetzt um ein Interview bat, sagte der 58-jährige Kabarettist zu – und äußerte den Wunsch, die Fragen per Mail beantworten zu können. Und das hat er gemacht, auf seine ganz eigene Art…

Wie froh sind Sie, dass Sie und Ihre Kollegen heuer wieder bei der Fastnacht auftreten dürfen?

Wir kommen aus der Nummer einfach nicht raus!

Hintergrund der Frage ist, klar, der Eklat vom vergangenen Jahr. Mit ein bisschen Abstand – wie stehen Sie zu den Sätzen über Brigitte Macron heute?

War da was? So denn etwas von Relevanz gewesen sein sollte: Vielleicht lagern noch eingeweckte Reste von alten, durchs Dorf getriebenen Sauen beim Sender unseres Vertrauens.

War Ihnen klar, dass nach dem Auftritt heftig diskutiert werden würde oder kam das für Sie überraschend?

Aufgrund unserer musikalischen Unzulänglichkeiten beschert uns jeder Auftritt Überraschungen. Umso überraschter sind wir, wenn mal etwas hinhaut! Ein seltenes Glück.

Hat es nach der Sendung damals Gespräche mit dem BR zu diesem Thema gegeben?

Nach der Sendung gab es Freibier, Wiener und Frankenwein. Haben Sie den schon mal getrunken? Da erübrigen sich Gespräche.

Worauf dürfen sich die Zuschauer in diesem Jahr freuen?

Auf eine lange Sendung und das Ende. Beim BR kriegt halt der Zuschauer noch etwas für sein Geld.

Sie werden sicher unter besonderer Beobachtung stehen – hemmt Sie das oder macht das Lust auf die nächste Provokation?

Sechshundert Jahre Oberpfälzer Zoiglkultur (übrigens seit kurzem im Verzeichnis Immaterielles Kulturerbe Deutsche Unesco-Kommission) sind nicht spurlos an uns vorübergegangen. Dazu noch ein Reim: „Trink Bier aus dem Kommunbrauhaus, dann schaust du viel gesünder aus und kriegst auch keinen solchen Zinken wie die, die Wein aus Franken trinken!“ Und damit ist alles gesagt.

Das Gespräch führte Stefanie Thyssen.

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