Kinder, zieht euch warm an!

von Redaktion

Luise Kinseher bekommt als „Mama Bavaria“ ihre eigene Talkshow im BR Fernsehen

VON RUDOLF OGIERMANN

Hier wird nicht journalistisch gefragt und auch nicht wirklich kabarettistisch. Diese Mama ist wie wohl jede Mutter „mal streng, mal süffisant, sie kann schimpfen, zeigt aber auch Verständnis, wenn’s nötig ist“. So beschreibt Luise Kinseher im Gespräch mit unserer Zeitung ihre Figur der „Mama Bavaria“, die sich nach Jahren auf dem Nockherberg nun in einer eigenen BR-Sendung an ihre Untertanen wendet, „in Einzelgesprächen, bei sich daheim, ganz privat“, wie es vom Münchner Sender heißt.

An diesem Donnerstag um 21 Uhr ist Premiere für das neue dreiviertelstündige Format, die zweite Ausgabe läuft am 11. April, weitere sind geplant. Es ist, so viel darf verraten werden, ein herrschaftliches Ambiente, in dem sich das Ganze abspielt. Mit einem edlen Sofa, das auch in ein Schloss passen würde, und mit einem Wald von Säulen im Hintergrund. Hier hält die „Mama“ Hof, hier versucht sie, ihre Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur dazu zu bringen, „eine Seite von sich zu zeigen, die man noch nicht kennt“. Die Figur sei bewusst gewählt, erläutert die 50-Jährige, „denn so kann ich ganz anders agieren im Gespräch. Die Mama sagt zu allen ,Du‘, hält auch mal die Hand und streicht übers Haar. Alles Dinge, die ich als Luise Kinseher nicht tun würde“, sagt sie und lacht herzlich.

Aller Spielerei um mütterliches Lob und mütterlichen Tadel zum Trotz bereite sie sich akribisch auf ihre Gäste vor. Allerdings – und so sei das ja schon auf dem Nockherberg gewesen – nicht über die aktuelle Politik, sondern über die Person: „Ich glaube, nur so verlieren meine Gäste ihr Politikerface und beten nicht herunter, was ihr Coach mit ihnen eingeübt hat.“

„Geknackt“ oder gar „gegrillt“ wird bei der „Mama Bavaria“ definitiv niemand, „das ist eine Unterhaltungssendung, die Spaß machen soll – auch den Gästen“. Lernen dürfen die trotzdem etwas, so habe sie versucht, Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann das Stricken beizubringen, erzählt Kinseher. Außer Hartmann sind Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und Schauspieler Helmfried von Lüttichau („Hubert und Staller“) zu Gast an diesem Donnerstag, in der zweiten Ausgabe lassen sich dann Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger von den Freien Wählern, Natascha Kohnen (SPD) und Karikaturist Dieter Hanitzsch von der „Mama“ auf den Zahl fühlen.

Willkommen ist, wenn’s nach Kinseher geht, jeder Promi mit Bayernbezug, gerne auch Berliner Bayern wie Horst Seehofer. Mit Markus Söder würde sie sich auch gerne unterhalten, aber „dazu brauche ich wohl drei Sendungen“. Klar, mit dem Landesvater hat die „Mama“ sicher einiges zu besprechen…

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